Hotelbetrieb im Herzen Seehausens schließt zum Jahresende

Im „Alanda“ geht das Licht aus

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Das Hotel „Alanda“ im Herzen der Hansestadt Seehausen schließt zum Ende dieses Jahres.

Seehausen – "Für Ihre Urlaubs-, Geschäfts- oder Durchreise ist unser Hotel die ideale Unterkunft. In einer Zeit, in der Hektik und Stress nur allzu oft unseren Alltag prägen, findet man inmitten der schönen Natur in der reizvollen Landschaft der Altmark langgesuchte Ruhe und Entspannung."

Mit diesen Zeilen wird auf der Internetseite des Seehäuser Hotels „Alanda“ geworben. Doch es ist vorbei: Nachdem das Restaurant schon krankheitsbedingt geschlossen hat, wird auch im Hotelbetrieb Ende dieses Jahres das Licht ausgehen.

Relikte, die zu Familienfeiern animieren sollten.

Auf einem Zettel an der Scheibe der gastronomischen Einrichtung befindet sich folgende Aufschrift: „Werte Gäste und Seehäuser Anwohner, leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir nach zehn Jahren unser ‘Alanda’ endgültig schließen werden. Nach all unseren Bemühungen in den vergangenen Jahren ist es uns nicht mehr möglich, unseren Integrationsbetrieb weiter aufrecht zu erhalten.“

Zudem wird sich bei den Gästen für die Treue und bei den Nachbarn und Seehäuser Anwohnern angenehme Zusammenarbeit bedankt. Osterburgs Lebenshilfe-Geschäftsführerin Sarah Maaß ist für eine Stellungnahme zur Schließung gegenüber der AZ in dieser Woche aufgrund von Abwesenheit nicht erreichbar. Laut eines geschäftsreisenden Stammgastes im Hotel sollen personelle Probleme der Grund für die Schließung sein.

Restaurant und Hotel „Alanda“ waren einst ein Vorzeigeobjekt, weil behinderte und gesunde Menschen zusammenarbeiteten. Die Vorgängerin von Maaß, Regina Bahlke, eine Seehäuserin, ergriff damals die Initiative. Die Immobilie, Mitte der 1990er Jahre von einer Familie Fiedler als Gasthaus und Hotel „Stadtmitte“ erbaut, stand nach der Schließung einige Zeit leer, bis die Lebenshilfe das Objekt übernahm. Wie es nach der Schließung mit der Immobilie weitergeht, darüber kann nur spekuliert werden. Fakt ist, dass es mit Unterkünften in der Hansestadt Seehausen nicht zum Besten bestellt ist. Wenn man auf das Internetportal eines großen Hotelzimmervermittlers geht, wird man in Seehausen nicht mehr fündig. Angebote werden in benachbarten Orten wie beispielsweise Wittenberge, Stendal und Arendsee offeriert.

Für Seehausens ehrenamtlichen Bürgermeister Detlef Neumann sei die Schließung „ein schwerer Schlag“. „Ich bin erschüttert“, sagte er gestern auf AZ-Anfrage. „Die Gaststätte hatte ja schon seit längerer Zeit geschlossen, stand aber noch für Feiern verschiedenster Art offen, nun kommt auch das Aus für den Hotelbetrieb.“ Das Stadtoberhaupt lobte die Qualität des Hauses, weiß aber auch von den personellen Problemen. „Wenn man einen Koch und einen Leiter nicht halten kann, ist es schwer, einen Betrieb aufrecht zu erhalten. Zudem ist es kein Familienunternehmen, das leichter zu führen ist.“ Bürgermeister Neumann wünscht sich, dass sich für das Objekt eine Privatperson findet, die wieder ein Restaurant und Hotel betreibt. Doch noch ist die Lebenshilfe Eigentümer.

VON THOMAS WESTERMANN

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