Aland-Bürgermeister Hans Hildebrandt enttäuscht von der Landespolitik

Kommunen in der Klemme

Ein Mann steht auf der Straße
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Aland-Bürgermeister Hans Hildebrandt auf der Landesstraße: „Hier könnte der Radweg entlang laufen.“
  • Thomas Westermann
    vonThomas Westermann
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Aland. Hans Hildebrandt, Bürgermeister der Gemeinde Aland, ist ein kommunalpolitisches Urgestein. Seit fast 25 Jahren engagiert sich der Krüdener. Zehn Jahre war er hauptamtlich als Bürgermeister der Gemeinde Krüden tätig. Seit 2008 ist der nunmehr 74-Jährige ehrenamtlicher Bürgermeister und leitet nach der kommunalen Gebietsreform die Aland-Kommune, die aus den Dörfern Wahrenberg, Vielbaum, Krüden, Scharpenhufe, Pollitz, Wanzer und Aulosen besteht. Seit einigen Jahren ist er auch Vorsitzender des Verbandsgemeinderates Seehausen.

Viel konnte in der Kommunalpolitik erreicht werden, allerdings längst nicht alles, was das Gemeindeoberhaupt auf der Wunschliste hat. Er hofft nach der Landtagswahl im Juni, dass dann einiges besser läuft als in der Vergangenheit. Enttäuscht zeigt er sich im Gespräch mit der AZ von den Christ- und auch den Sozialdemokraten. Hinsichtlich der CDU blick er jedoch lediglich auf Kreisebene und den Wahlskandal. Dabei ist ihm die seiner Meinung nach mangelhafte Aufarbeitung des Geschehens ein Dorn im Auge und erinnert an weitere Kritiker in dieser Angelegenheit: „Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth, Seehausens-Vize-Bürgermeister Dr. Walter Fiedler und Osterburgs Einheitsgemeindebürgermeister Nico Schulz waren alles langjährige CDU-Mitglieder, sie mussten jedoch angesichts ihrer kritischen Worte die Partei verlassen. Mit denen habe ich gern zusammengearbeitet.“ Dann verlässt der parteilose Hildebrandt die kreisliche Bühne und blickt auf die SPD, die in Sachsen-Anhalt mit auf der Regierungsbank sitzt. „Ich bin persönlich enttäuscht von Petra Grimm-Benne, stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration. Ein persönlich verfasstes Schreiben von mir an sie wurde über Monate nicht beantwortet. Dabei ging es um die Unterstützung für die Tafelgärten in Seehausen und Krüden.“ Hildebrandt kümmert sich als Leiter des Projekts darum. „Wenn ehrenamtliche, kommunale Arbeit so von den Parteien ignoriert wird, dann muss man sich nicht wundern, wenn sich immer weniger Menschen dafür finden und Engagement auf der Strecke bleibt“, schimpft er.

Hildebrandt schildert ein Vorhaben, das bisher nicht umgesetzt werden konnte und auf welches er schon Jahre wartet – der Radwegebau von Vielbaum bis Aulosen an der Landesstraße entlang. Das sei ein Gebot für mehr Sicherheit. Der Bürgermeister setzt aufgrund der Ignoranz in Magdeburg mit seinen Gemeinderäten deshalb immer häufiger auf Eigeninitiative. Als ein Beispiel nennt er die Rekultivierung des Schlossteichs in Krüden.

Für das Aland-Gemeindeoberhaupt sei die Finanzpolitik verfehlt, da für die Kommunen immer weniger Geld fließt. „Ich weiß nicht, welcher Partei man Vertrauen schenken soll“, sagt er und grübelt einige Zeit. „Hoffnungen verbinde ich mit den Freien Wählern. Vielleicht kümmern die sich mehr um die Kommunen“, blickt er in Richtung Landtagswahl.

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