Politiker fordern angeblich gestohlene Wahlplakate zurück

AfD-Besuch bei Waldbesetzern

Die Waldbesetzer harren weiterhin aus. Ein Gerichtsurteil erlaubt ihnen dies auch weiter zu tun.
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Am Donnerstag statteten Politiker der AfD den Waldbesetzern einen Besuch ab. Nach kurzer Zeit war der Besuch bereits beendet.
  • Tobias Henke
    VonTobias Henke
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Unter Begleitung eines großen Polizeiaufgebotes von 80 Beamten stattete die AfD mit einer Abordnung von rund zehn Personen den Waldbesetzern am Donnerstag wie angekündigt (die AZ berichtete) einen Besuch ab, um AfD-Wahlplakate zurückzufordern, von denen die Partei glaubt, sie seien gestohlen worden. Bereits im Mai hat die AfD eine entsprechende Strafanzeige bei der Polizei erstattet, in denen konkrete Vorwürfe gegen die Waldbesetzer erhoben werden.

„Um Eskalationen zu verhindern, führte die Polizei hierzu einen Einsatz. Etwa 80 Polizeibeamte der Polizeibehörde und Landesbereitschaftspolizei sicherten das Aufeinandertreffen ab. Ein Gespräch oder Dialog zwischen den beiden Lagern kam nicht zustande, dennoch war die Stimmung auf beiden Seiten erhitzt. Störungen während des Einsatzes waren nicht zu verzeichnen“, teilt das Polizeirevier mit. Das Aufgebot war deshalb so groß gewesen, da die Polizei nicht habe einschätzen können, wie viele Personen sich dort aufhalten, ist von Polizeihauptkommissar Dirk Marscheider zu erfahren.

„Wir wurden als Nazis beschimpft, ein Dialog kam nicht zustande“, sagt Arno Bausemer. Ihn habe es besonders geärgert, dass die Polizei nicht tätig geworden sei, nachdem ein Baumhausbewohner sich mit einem AfD-Plakat zeigte. „Da hätte die Polizei mindestens die Personalien feststellen müssen“, meint Bausemer, der ankündigte, dass die AfD über weitere Besuche nachdenke, nachdem das Oberverwaltungsgericht in Magdeburg bestätigt hat, dass das Camp im Wald bestehen bleiben darf.

Die möglicherweise gestohlenen Plakate sind weiter in dem Camp der Waldbesetzer zu sehen. „Die Plakate haben einstweilen ihre wahre Bestimmung gefunden, hängen mit bestem Überblick und nun erstzunehmenden Aussagen, wohlbehalten an den Seilverbindungen der Besetzung“, schreiben sie in einem Blogeintrag im Internet.
Der Besuch der AfD-Politiker habe außer einer „Verschwendung von Steuergeldern“ laut Waldbesetzern nichts gebracht.

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