Irmgard Speck legt aus Altersgründen endgültig das Zepter hin und dankt allen Unterstützern

Abschied von der Rumänienhilfe

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Irmgard Speck organisierte mehr als 20 Jahre in Seehausen die Rumänienhilfe „Zvoristea“. Im Feuerwehrgerätehaus waren die Bedingungen für die Spendensammlungen optimal.

Seehausen. Mehr als 20 Jahre engagierte sich Irmgard Speck für die Rumänienhilfe „Zvoristea“. Die einstige Losenraderin und spätere Seehäuserin zeigte ein großes Herz für den gebeutelten Karpatenstaat in Südosteuropa und steckte viel Herzblut in die Spendenaktionen.

Begonnen hatte alles im Herbst 1993 als die Stadtinformationsleiterin zur ersten Spende in die Einrichtung an der damaligen Schulstraße aufgerufen hatte. Sie konnte sich damals über viele wertvolle Güter freuen und erinnert sich noch an einen fast nagelneuen Kinderwagen, den Familie Hupel vorbeibrachte. Es war eine sehr erfolgreiche Aktion, so die nunmehr 75-Jährige im Gespräch mit der AZ. Da aufgrund der Spendenbereitschaft die Räume der Stadtinfo an die Kapazitätsgrenzen stießen, musste ein Ausweichquartier gesucht werden. Fündig wurde Irmgard Speck mit einem leerstehenden Geschäft im Stadtzentrum. Doch die Bedingungen für die Sammlungen waren dort alles andere als zufriedenstellend. „Man bedenke, es war Herbst und es gab keine Heizung und keinen Strom.“ Doch die Situation besserte sich erheblich, als die Spendeninitiatorin Räumlichkeiten bei der Seehäuser Feuerwehr bekam. „Es war einfach perfekt.“ Damals kooperierte die Stadtinfoleiterin mit den Eheleuten Edith und Herbert Bartel aus Letzlingen, die sich ebenfalls der Rumänienhilfe verschrieben haben und Hilfstransporte in die Vorweihnachtszeit in das arme Land organisierten und begleiteten.

Benötigt wurde für Rumänien nahezu alles. Lebensmittelpakete waren ebenso gefragt wie Fahrräder und Waschmaschinen vom Typ WM 66. Hinzu kamen Brotpatenschaften, die Altmärker für 60 Euro übernehmen konnten. Die Seehäuserin nennt auch einige Spender, die die Aktionen ständig unterstützten. Dazu gehört Karola Dehr aus Losenrade, die „alljährlich ein schönes Lebensmittelpaket bereitstellte“. Auch Beusters Deichbäcker Olaf Buchholz zählte zu den Helfern. Nicht vergessen möchte Speck das Geschäft von Petra Much, das immer wieder Schulsachen und Ranzen sponserte. Und auch das DRK-Altenpflegeheim und das Agaplesion-Diakoniekrankenhaus in Seehausen spendeten sehr viele Hilfsgüter.

2015 hatte die Seehäuserin zur letzten Spendensammlung im Gerätehaus aufgerufen, die alle bisherigen Aktionen hinsichtlich der Menge in den Schatten stellte. Ursprünglich wollte Tochter Claudia die Initiative ihrer Mutter fortführen, doch aus beruflichen Gründen musste sie darauf verzichten. Ganz spontan organisierte Irmgard Speck 2016 eine Aktion – die wohl wirklich letzte. Einen Nachfolger hat sie nicht. Und sie vermutet, dass die Spendenbereitschaft aufgrund der Kostensteigerungen und des teureren Lebensunterhalts in Deutschland zurückgehen werde. Zudem habe die Hilfe zur Selbsthilfe Wirkung gezeigt. Über die Jahre gab es so viele Spenden für die Region Zvoristea, dass Güter über die Region hinaus verteilt werden konnten. Irmgard Speck dankt allen Spendern, die mehr als 20 Jahre Herz für die arme Bevölkerung in Rumänien gezeigt haben und dankt auch den Kameraden der Feuerwehr für die Unterstützung.

Von Thomas Westermann

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