Frühere Konservenfabrik in Seehausen soll bis März ganz verschwinden

Abrissbirne schafft Platz für Senioren-Quartiere

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Die Abrissbirne hat bereits ganze Arbeit geleistet. Einige marode Häuser stehen noch.

Seehausen. Von der früheren Konservenfabrik ist immer weniger zu sehen. Gut die Hälfte des 5000 Quadratmeter großen Geländes nahe der Arendseer Straße ist abgeräumt. „Der Rest wird im Februar, März abgerissen“, sagt Karl-Heinz Ziebarth, einer der Investoren.

Errichtet werden sollen bis Ende nächsten Jahres oder Anfang 2019 im Herzen der Stadt ein Objekt mit 14 Einheiten für betreutes Wohnen sowie eine Tagespflege und eine Sozialstation. Kostenpunkt: 2,7 Millionen Euro. Arbeitsplätze sollen entstehen. Dank des Projektes verschwindet auch einer der größten Schandflecke in Seehausen.

Ziebarth, Mathias Goltz, ein weiterer Unternehmer aus der Gegend, und die Konsumgenossenschaft Seehausen hatten bei einer Zwangsversteigerung vor zehn Monaten das höchste Gebot abgegeben. Das Trio hat inzwischen eine GbR, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, gegründet. Ins Boot geholt werden konnte das Deutsche Rote Kreuz, das in der Wischstadt bereits einige Einrichtungen unterhält. „Wir haben damit einen guten Partner an der Hand, der den Komplex betreiben würde.“

Noch gibt es offene Fragen. „Knackpunkt sind die Fördermittel.“ Ziebarth und Mitstreiter setzen auf das Bundesprogramm „Land(auf)Schwung“. Der Seehäuser: „Es erscheint wie maßgeschneidert für unser Vorhaben, doch wir müssen uns noch etwas gedulden. Gespräche laufen.“ Dass das Projekt ausgerechnet daran noch scheitern könnte, davon will Ziebarth nichts wissen. „Wir sind wirklich optimistisch und wissen die Einwohner hinter uns. Die Region ist viele Jahre vernachlässigt worden. Es muss etwas passieren.“

„Pflege wird das große Thema sein“, ist auch Roswitha Bielefeld, Führungskraft der Konsumgenossenschaft, im AZ-Gespräch überzeugt. „Die Region ist geprägt von Menschen über 60. Wer auf die Straßen schaut, sieht immer häufiger Rollatoren. Das ist nicht das Ende der Welt, doch wir müssen als Gesellschaft damit umgehen.“ Arzt, Friseur und weitere Dienstleister seien häufiger im Zentrum zu finden. Und deshalb müsse es möglichst zentral Einkaufsmöglichkeiten und eben auch passenden Wohnraum geben.

Von Marco Hertzfeld

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