Informationsveranstaltung zur A 14 / Entwurf der Stellungnahmen vorgetragen und diskutiert

Von Abgeordneten im Stich gelassen

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Peter Pickler vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Stendal informierte im Foyer der Seehäuser Wischelandhalle über den geplanten Bau der A14-Nordverlängerung.

Seehausen. Der Bau der Nordverlängerung der A 14 lässt noch auf sich warten. Nichtsdestotrotz hatte die Verbandsgemende Seehausen diesbezüglich am Dienstag zu einer zweiten Informationsveranstaltung in das Foyer der Wischelandhalle eingeladen.

„Wir sind zwar nicht der Vorhabenträger, doch wir möchten die vom Autobahnbau betroffenenen Bürgerinnen und Bürger informieren“, sagte Bauamtsleiter Guido Mertens zu Beginn der Veranstaltung. Fachliche Unterstützung hatte er sich zu dieser Thematik von Peter Pickler vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Stendal geholt. Allerdings war die Resonanz seitens der Besucherinnen und Besucher nicht allzu groß. Die Organisatoren hatten mit etwa 200 Interessenten gerechnet, letztlich saßen aber lediglich rund 80 Personen im Foyer.

Während Mertens auf die Historie des geplanten Autobahnbaues einging, stellte Pickler das Projekt vor. Schwerpunkt der Zusammenkunft war jedoch der Entwurf der Stellungnahme. Die Planungsunterlagen lagen erneut von Ende November bis Ende Dezember des vergangenen Jahres zur Einsichtnahme aus. Bis zum kommenden Montag, 14. Januar, müssen die Stellungnahmen nun beim Land vorliegen. „Eine äußerst kurze Zeitschiene“, merkte Mertens an. Heute tagt dazu der Verbandsgemeinderat nichtöffentlich. Am morgigen Freitag sollen die Papiere dann verschickt werden.

Kritikpunkte haben die Seehäuser eine ganze Menge. Ein großer Dorn im Auge ist die exorbitant hohe Trassenführung zwischen Geestgottberg und der Elbbrücke. Die Anwohner fürchten nicht nur Lärmbelästigungen, sondern sehen insbesondere den Hochwasserschutz gefährdet. Besonders hart getroffen werden einige Geestgottberger durch den Autobahnbau. Deshalb werden in der Stellungnahme entweder eine Trassenverlegung oder eine angemessene Entschädigung aufgrund des drohenden Wohnqualitätsverlustes gefordert. Doch bis jetzt hat sich in Sachen Entschädigung nichts getan, obwohl der einstige Bau- und Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre seinerzeit im Gespräch mit den Betroffenen ankündigte, dass dies kein Problem sei. Ungeklärt ist auch, wie sich das Regenwasser von der Autobahn auf die Schadstoffbelastung im Boden auswirkt. Denn noch immer sind bei Geestgottbergern Hauswasserversorgungsanlagen in Betrieb. Probleme gibt es auch mit den Wirtschaftswegen unweit der Autobahn, die zwar befestigt werden sollen, aber eben nur mit einer sieben Zentimeter starken Deckschicht. Pickler und Mertens wissen als Fachleute, dass diese Wege dann nicht lange halten werden.

Unterstützung bei der Durchsetzung der Anliegen der Seehäuser wünschten sich an dem Abend Anwesende von den hiesigen Landtagsabgeordneten. Doch der Geestgottberger Karsten Dittmer sieht das eher skeptisch: „Die Landtagsabgeordneten haben sich bisher um unsere Probleme nicht gekümmert.“

Von Thomas Westermann

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