Autobahn-Verhinderung als Maximalziel stößt auf Widerspruch

A-14-Klage: BUND sucht Spenden

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Schon vor Beginn der Veranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus Geestgottberg wurden die ausgelegten Planungen des A14-Baus auf dem letzten Nordabschnitt in Sachsen-Anhalt aufmerksam in Augenschein genommen.

Geestgottberg – Fristgerecht zum 15. Mai hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz Sachsen-Anhalt (BUND) beim Bundesverwaltungsgericht Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss der A14-Nordverlängerung für den Abschnitt VKE 3. 1/3.2a (Seehausen bis Sachsen-Anhalts Landesgrenze vor Wittenberge) eingereicht.

Des Weiteren haben die Seehäuser Verbandsgemeinde und die Hansestadt Seehausen gegen die Planfeststellung für den Autobahn-Neubau geklagt (die AZ berichtete).

Jedoch unterscheiden sich Motivation und Ziele teils deutlich. Dies zeigte sich bei einer Bürgerinformation im Dorfgemeinschaftshaus Geestgottberg, zu welcher die Stendaler Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Sachsen-Anhalt (BUND) eingeladen hatte.

Nicht nur in der nördlichen Altmark ist das Interesse an der A14-Nordverlängerung – mit unterschiedlichen Beweggründen – enorm. Doch die Anwohner-Betroffenheit zwischen Seehausen und der Elbequerung ist einzigartig. Nur dort soll nämlich die bisherige Hauptverkehrsstraße (B 189) für den A14-Neubau verschwinden: BUND-Kreissprecherin Susanne Bohlander: „Zwischen Seehausen und Elbe soll die B 189 von der A 14 überbaut werden – mit schwerwiegenden Folgen für die Einwohner.“

In dieser Einschätzung sind sich alle Klageführer einig. So formulierten hiesige Kommunalpolitiker trotz ihres mehrheitlichen Bekenntnisses zur Autobahn schon vor rund einem Jahrzehnt unmissverständliche Forderungen für Schutz- und Begleitmaßnahmen. Unter anderem gehören dazu Straßenausbauten für den aufnehmenden Nebenverkehr (K 1020/alte Bundesstraße) schon vor dem A14-Baustart sowie zusätzlicher und geänderter Lärmschutz (schluckend und nicht reflektierend).

Abgesehen von nur geringen Änderungen seien die Planer in den zurückliegenden zehn Jahren aber auf keine der wesentlichen Forderungen eingegangen, wie Verbandsgemeinde-Bürgermeister Rüdiger Kloth betonte. „So könne man mit Kommunalpolitikern doch nicht umgehen“, kritisierte Kloth die von den Planern und zuständigen Behörden vermittelte Arroganz und Ignoranz. Selbst die härtesten Autobahn-Befürworter in den hiesigen Räten habe dieses Verhalten zur Klage-Zustimmung bewegt. Zugleich erklärte der Bürgermeister aber: „Die große Mehrheit unserer Räte will nach wie vor die A 14!“

Hier trennen sich die Interessen von Politikern und Naturschützern. So sagte Susanne Bohlander: „Es gibt die Chance, dass der BUND eine Planungsänderung durchsetzen kann und damit Verbesserungen für Einwohner und Umwelt erreicht. Und es gibt die Chance, dass die A 14 zwischen Seehausen und Elbe – möglicherweise auch zwischen Osterburg und Elbe – gar nicht gebaut wird.“ Stattdessen setzt der BUND weiter auf den „vernünftigen Ausbau der Bundesstraße 189“.

Nach Klage-Einreichung beim Bundesverwaltungsgericht sei die konkrete Begründung erforderlich, wofür der BUND nun Geld von potenziellen Unterstützern einsammeln will. Zwischen 40 000 und 60 000 Euro würden bis zum 14. Juni benötigt, wirbt Bohlander.

Ob sich das Maximalziel der Autobahn-Verhinderung bei der Spendenwerbung als hilfreich erweist, wird sich zeigen. In Geestgottberg wurde bei der Infoveranstaltung durchaus kontrovers diskutiert. Die vorgelegte A14-Planung sorgte zwar überwiegend für Kritik und Kopfschütteln. Doch die Mehrzahl der sich zu Wort gemeldeten Anwesenden sprach sich im Grundsatz für die Notwendigkeit der A 14 aus.

VON FRANK SCHUMANN

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