100. Generalversammlung besiegelt Verschmelzung / Auto für Kita-Förderverein in Kossebau

99,9 Prozent für die Fusion mit der LBAG

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Während der 100. Generalversammlung stimmten mehr als 800 Mitglieder der VR-Plus Altmark-Wendland in der Seehäuser Wischelandhalle für die Verschmelzung mit der Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft Lüchow (LBAG). Das entsprach einer Zustimmung von 99,9 Prozent.

Seehausen. 833 anwesende Mitglieder der VR Plus Altmark-Wendland e. G. hatten in dieser Woche in der Seehäuser Wischelandhalle über die Verschmelzung mit der Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft (LBAG) Lüchow zu entscheiden.

Dieser Tagesordnungspunkt prägte den rund dreistündigen offiziellen Teil der 100. ordentlichen Generalversammlung der Genossenschaft maßgeblich. Zumal in der Folge einer positiven Abstimmung Satzungsanpassungen sowie Zuwahlen von LBAG-Vertretern in Aufsichtsrat und Fachrat des warenwirtschaftlichen Bereiches erforderlich wurden.

Schon vor zwei Monaten hatten die LBAG-Mitglieder während einer außerordentlichen Generalversammlung im Trebel-Ortsteil Dünsche (Wendland) mit 89 Prozent für die Fusion unter dem Dach der VR Plus Altmark-Wendland gestimmt. Am Montagabend zeigte sich VR-Plus-Aufsichtsratvorsitzender Torsten Wojahn „überzeugt, ein ähnlich gutes Ergebnis“ zu erreichen. Der Chefaufseher warb bei den Mitgliedern um Zustimmung, wies auf die Notwendigkeit des Wachsens hin („größer, breiter und erfolgreicher“), um dadurch im harten Wettbewerb auf einem umkämpften Markt weniger anfällig zu sein.

Professor Dr. Bernd Nolte von der Steinbeis-Hochschule Berlin beurteilte den geplanten Zusammenschluss aus objektiver Perspektive und erläuterte Details des Verschmelzungsvertrages. Darin seien unter anderem fusionsbedingte Kündigungen von LBAG-Beschäftigten ausgeschlossen. Grafisch untermauert, listete Nolte 13 Vorteile aus dem Zusammengehen auf, wie die Stärkung der Eigenkapitalquote von 14,69 auf 15,35 Prozent sowie die Bündelung der Einkaufs- und Absatzwege in Verbindung mit verbesserten Konditionen. Kritische Stimmen waren in Seehausen nicht zu hören, zumindest nicht am Saalmikrofon. Mit 99,88 Prozent fiel die Zustimmung dann auch überwältigend aus - den 829 Ja-Stimmen standen nur ein Nein-Votum und drei Enthaltungen gegenüber. Somit ist die Verschmelzung rückwirkend zum 1. Januar 2018 besiegelt und die LBAG in der VR Plus Altmark-Wendland aufgegangen.

Zu den später ebenso deutlich beschlossenen Satzungsänderungen gehört unter anderem der Wegfall der „beschränkten Nachschusspflicht“ der VR-Plus-Mitglieder. Die bisherige Haftsumme je Geschäftsanteil betrug 250 Euro.

Überwiegend positiv fielen der von Vorstandschefin Grit Worsch gehaltene „Lagebericht des Vorstandes“ sowie der von Torsten Wojahn vorgetragene Tätigkeitsbericht des Aufsichtsrates aus. Ohne Gegenstimme folgten die Mitglieder der vorgeschlagenen Verwendung des Jahresüberschusses von gut 4,55 Millionen Euro. Abzüglich der Ausschüttung einer Sieben-Prozent-Jubiläumsdividende werde das Geld den Rücklagen zugewiesen. Jeweils einstimmig wurden dann Vorstand, Aufsichtsrat und Fachrat für den warenwirtschaftlichen Bereich entlastet.

Als reine Formalien erwiesen sich anschließend auch die Wahlen zum Aufsichtsrat. Jeweils einstimmig wurden Torsten Wojahn und Dorothee Pengel bestätigt. Auch die von der LBAG vorgeschlagenen Kandidaten für den Aufsichtsrat, Rainer Kühn und Horst Gauster, erhielten das Vertrauen der VR-Plus-Mitglieder. Für Konrad Werneke, der wegen Erreichens der Altersgrenze nicht wieder zur Wahl stand, gehört nun Dr. Werner Buchner, bisher Vorsitzender des Fachrates für den warenwirtschaftlichen Bereich, dem Aufsichtsrat an. Für ihn wurde der bisherige Chef des LBAG-Aufsichtsrates, Axel Tiemann, in den Fachrat gewählt.

Dann gab es einen Glücksmoment für den Förderverein der Kita Wichtelhausen Kossebau. Für sein Projekt „Essen auf Rädern“ zur Versorgung von Senioren des Ortes mit Mittagessen aus der Kita-Küche erhielt der Verein von der VR-Stiftung einen VW Caddy.

Von Frank Schumann

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