Schönbergerin Kathrin Seeliger „will Diebe lebend haben“

6000 Euro Kopfgeld ausgesetzt

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Kathrin Seeliger mit ihrer dreijährigen Tochter Lilly Sophie in der Scheune, aus der am Wochenende der Rasentraktor verschwand. Die Schönbergerin hat ein Kopfgeld ausgesetzt.

Schönberg. Kathrin Seeliger ist sich wohl bewusst, dass sie gesetzliche Pfade verlässt, dennoch geht sie aufs Ganze. Die Schönbergerin und ihr Lebensfährte Jochen Niebuhr wurden am vergangen Wochenende bestohlen.

Langfinger entwendeten von ihrem abseits gelegenen Grundstück an der Kleinholzhausener Straße einen Solo-Rasentraktor (die AZ berichtete), Baujahr 2007, mit der Gerätenummer 282 958. Was wie aus einem Westernfilm wirkt, lässt Seeliger Realität werden, sie setzt auf die lebende Ergreifung der Täter ein Kopfgeld in Höhe von 6000 Euro aus. Natürlich will sie auch den Rasentraktor wieder haben. Der Gedanke dazu kam der Schönbergerin auf Anregung eines Seehäuser Geschäftsmannes, dessen Namen sie aber nicht nennen möchte. Kathrin Seeliger weiß, dass das Aussetzen eines Kopfgeldes in Deutschland eine strafbare Handlung ist. Ihr drohen Geldstrafe und sogar Haft. Doch einen Rückzieher will die gebürtige Halberstädterin, die vor drei Jahren das Schönberger Gehöft gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten käuflich erworben hat, nicht machen. Unterstützung bekommt die Frau von Geschäftsleuten aus Seehausen und Umgebung. Wie sie gestern gegenüber der AZ erklärte, wollen mehrere Unternehmer eine Geldsammlung initiieren, damit das Kopfgeld und die voraussichtliche Geldstrafe beglichen werden können. Die Täter hält sie übrigens für Einheimische und keinesfalls für Ausländer. Sie berichtete zudem, dass im Sommer vor zwei Jahren schon einmal Langfinger auf ihrem Grundstück waren. Damals konnte der Diebstahl von Werkzeugen aber verhindert werden.

Von Thomas Westermann

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