Gino Thiede und die Gelbe Tonne

51-jähriger Rollstuhlfahrer kritisiert mangelhafte Entsorgung am Heumannhof

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Gino Thiede und die Gelbe Tonne: Von der Entsorgungsfirma fühlt er sich im Stich gelassen.

Falkenberg – Mit der Entsorgung der Gelben Tonnen in den Orten der Verbandsgemeinde Seehausen ist es nicht immer zum Besten bestellt. Laufend beschäftigen sich die Kommunalpolitiker mit der Problematik.

Einer, der immer wieder die mangelhafte Entsorgung beklagt, ist Gino Thiede, der auf dem Heumannhof in Falkenberg wohnt.

Der 51-Jährige ist nach einem schweren Unfall querschnittsgelähmt und sitzt seitdem im Rollstuhl. Die besagte Tonne steht direkt an seinem Grundstück, doch damit haben die Abfallentsorger ein Problem, da bis dorthin die Fläche nicht befestigt ist. Etwa 20 Meter weiter liegt Kopfsteinpflaster, wo Thiede die Tonne abstellen soll, damit sie abgeholt werden kann.

Eine schwere Aufgabe für den Falkenberger, da er ja wie erwähnt im Rollstuhl sitzt. Seine Mutter Irene Jurk wohnt etliche Kilometer vom Heumannhof entfernt in einem anderen Ort. Sie scheut sich aber nicht, wenn die Abholtermine sind, in den Ortsteil der Gemeinde Altmärkische Wische zu fahren, um das Behältnis dann von dem unbefestigten Areal zur Kopfsteinpflasterung zu bringen.

Thiede versuchte es im Oktober des vergangenen Jahres auf eigene Faust, stürzte dabei mit der Tonne um und zog sich eine Knöchelverletzung zu, die lange dauerte bis sie endlich verheilt war. Seitdem ist Mutter Irene wieder am Zug, die sich über die Schikanen des Unternehmens maßlos ärgert und ihren Unmut im Schriftverkehr mit der Firma deutlich machte.

Überhaupt, so die Frau, habe das Unternehmen Probleme mit dem Anfahren des Heumannhofes. Mal sei die Zufahrt zu schmal, mal hängen die Äste an den Bäumen zu nah am Weg, die den Lack der Fahrzeuge zerkratzen, und dann wieder sei die Wendeschleife zu eng. Nur komisch, meint sie gegenüber der AZ: „Andere Entsorgungsunternehmen, die den Hausmüll und die die gegenüber der Gelben Tonne viel schwerere Papiertonne abholen, haben keine Probleme.“

VON THOMAS WESTERMANN

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