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Grabenpflege immer im Blick

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Von: Thomas Westermann

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UHV-Macher
Engagierten sich im UHV oder engagieren sich immer noch (stehend v.l.): Wolfgang Trösken, Liane Garlipp, Hermann Klinghammer, Eckard Albrecht, Klaus-Peter Meißner. Sitzend (v.l.): Udo Seidel, Dr. Siegfried Limmer und Detlef Kränzel. © UHV

 Seehausen. Seit nunmehr 30 Jahren gibt es den in Seehausen ansässigen Unterhaltungsverband (UHV) „Seege/Aland“. Die Arbeit bleibt von der Öffentlichkeit mehr oder weniger unbemerkt, hat aber einen hohen Stellenwert. Letztlich muss der Zweckverband den Abfluss in den Gewässern zweiter Ordnung gewährleisten.

Groß gefeiert wurde das Jubiläum aufgrund der Corona-Pandemie nicht, aber eine Zusammenkunft mit ehemaligen und gegenwärtigen Mitstreitern gab es schon. UHV-Geschäftsführer Klaus-Peter Meißner gibt gegenüber der AZ Einblicke in drei Jahrzehnte des Zweckverbandes. So mussten zu DDR-Zeiten die großen Vorfluter die Wasserwirtschaftsdirektionen und die kleineren Vorfluter die Räte des Kreises unterhalten. Die Pflege der Binnengräben lag in Hand von Anliegern oder Nutzern, sprich LPGs, VEGs oder Gemeinden in den Ortslagen. Die Unterhaltungsarbeiten nahmen überwiegend die Meliorationsgenossenschaften vor. Mit der politischen Wende kam der Zusammenbruch des gesamten aufeinander abgestimmten Systems. In kurzer Zeit entstand ein Vakuum in der Gewässerunterhaltung, erinnert sich Meißner. Das neu gegründete Land stellte dann die Weichen für die Unterhaltungsverbände. „Seege/Aland“ entstand im Frühjahr 1992 und umfasst die Einzugsgebiete von Biese, Aland, Seege und Zehrengraben. Zum ersten Vorstand, so Meißner, gehörten Gustav-Adolf Boß, Dr. Siegfried Limmer, Jürgen Seeger, Heinz Schneider und Bodo Rauschenbach. Die Geschäftsführung übernahm Udo Seidel. 2010 ging Schönberger Seidel in den Ruhestand, sein Nachfolger wurde Klaus-Peter Meißner.

Die Arbeit zur Erfüllung des gesetzlichen Auftrags, so sieht es der Geschäftsführer, werde auch in den nächsten Jahren intensiv bleiben. Immerhin habe der Verband laut Kataster 1600 Kilometer Gewässer zweiter Ordnung auf rund 70 000 Hektar Fläche. „Damit haben wir in Sachsen-Anhalt die höchste Gewässerdichte und somit auch den höchsten Unterhaltungsaufwand zu erbringen.“ Zum Grabensystem des Verbandes gehört eine Vielzahl von Stauanlagen, die nicht in der Verantwortung des UHV lägen, es sei denn, sie dienen dem Wasserabfluss. Im Zehrengraben wurden nach dieser Maßgabe sechs Stauanlagen dem UHV zugeordnet. Durch Landesförderung in Höhe von 90 Prozent konnten sie für insgesamt 1,2 Millionen Euro rekonstruiert werden. „Die Möglichkeiten der Wasserrückhaltung erfahren durch die Klimaveränderung zukünftig einen hohen Stellenwert. In der Landesregierung wird an einer Gesetzesänderung bezüglich der Zuständigkeiten gearbeitet“, weiß Meißner.

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