„Verlieren unsere Zuversicht nicht“

2G-Regeln verderben Seehäuser Händlern das Weihnachtsgeschäft

2G-Regel wird im Seehäuser Geschäft Buness kontrolliert
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Tobias Jabke (l.), Inhaber des Eisen- und Haushaltswarengeschäfts Buness, hat zur Einhaltung der 2G-Regeln eine Kette gleich am Eingang der Verkaufsräume gespannt. Hier kontrolliert er den Pollitzer Klaus Kadler.
  • Thomas Westermann
    VonThomas Westermann
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Seehausen. Bei den Seehäuser Einzelhändlern gilt aufgrund der Coronabestimmungen die 2G-Regel. Das heißt – Zutritt haben nur Geimpfte oder Genesene mit Nachweis. Für die Gewerbetreibenden bedeutet dies eine Mehrbelastung. Hinzu kommen massive Einbrüche beim Weihnachtsgeschäft. Die AZ hat bei einigen Geschäftsleuten nachgefragt.

Bei Tobias Jabke, Inhaber des Eisen- und Haushaltswarengeschäfts Buness an der Mühlenstraße, wird die Kundschaft gleich nach dem Betreten der Verkaufsräume von einer Kette gestoppt. Entweder er selbst oder seine Mitarbeiterin prüft dann den Status ob geimpft oder genesen. „Es ist zwar nicht schön, aber ich bin für die Sicherheit verantwortlich. Der Landkreis hat auch schon eine Kontrolle vorgenommen und überprüft, ob die 2G-Regeln eingehalten werden. Es ist schon ziemlich anstrengend hin und her zu rennen, gerade wenn man mit einem Kunden ein Beratungsgespräch führt und der nächste dann schon an der Absperrung wartet. Klar, ich habe angesichts der Situation Einbußen, aber ein Lockdown wäre viel schlimmer.“ Aufgrund des Böllerverbots an Silvester kann er zum zweiten Mal in Folge auch keine Knallkörper verkaufen, was für ihn sonst ein einträgliches Geschäft sei. „Ich habe schon ein Böllerverbot geahnt und deshalb keine Feuerwerksartikel im Vorfeld bestellt.“

Einige Meter weiter von Jabke betreibt Petra Cornehl ein Modegeschäft. Sie hat noch weitere Läden in Seehausen und Arendsee. Die Frau ist trotz der misslichen Lage immer optimistisch. „Die Kunden treten verhaltener auf, trotzdem freuen wir uns, dass wir noch da sind und die Leute uns die Treue halten. Wir verlieren unsere Zuversicht nicht. Dennoch sind die Einbrüche erheblich, aber das habe ich in der gegenwärtigen Situation erwartet. Und: „Wenn die Ungeimpften als Kundschaft wegfallen, ist das nicht unerheblich.“

Uhrmachermeister Günther Haut am Markt kann nicht nur Zeitmesser fachgerecht reparieren, er lebt auch vom Verkauf von Schmuck und Uhren. Gerade in der Vorweihnachtszeit sei das immer ein gutes Geschäft gewesen. Er kritisiert die unterschiedlichen Coronaregeln in den jeweiligen Bundesländern. „Die Leute sind total verunsichert“, sagt der Handwerksmeister. Wie groß die Einbrüche beim Weihnachtsgeschäft ausfallen, vermag der Seehäuser noch nicht zu sagen. „Zum Schluss wird der Strich gezogen.“ Froh ist er jedoch darüber, dass im Gegensatz zum Verkauf von Schmuck und Uhren die Reparaturen gut laufen.

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