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Landkreis Stendal beschlagnahmt 23 Hunde: Verstoß gegen das Tierwohl in Lichterfelde

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Von: Thomas Westermann

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Gebäude in Lichterfelde
Insgesamt 23 Hunde wurden in der einstigen Betriebsberufsschule in Lichterfelde dieser Tage beschlagnahmt. © Westermann

Beschlagnahme von Hunden in der einstigen Betriebsberufsschule in Lichterfelde: Es erfolgte in Lichterfelde eine tierschutzrechtliche Kontrolle aufgrund vorliegender Beschwerden aus Dezember 2021 und Januar 2022, schreibt Angela Vogel, Büroleiterin des Landrats, auf AZ-Anfrage.

Lichterfelde - Es wurden 23 Hunde unterschiedlicher Rasse und Größe sowie unterschiedlichen Alters vorgefunden. Die Tiere wurden nicht gemäß den Vorgaben des Tierschutzgesetzes und der Tierschutzhundeverordnung gehalten.

Durch die Halter konnte weder ein ausreichender Auslauf im Freien, noch entsprechender täglicher sozialer Umgang in ausreichender Dauer mit den Betreuungspersonen nachgewiesen und plausibel bestätigt werden.

Die Tiere wurden zum Großteil in Einzelhaltung ohne Kontakt zu den Artgenossen gehalten. Zudem wurde die überwiegende Anzahl der Hunde in unstrukturierten ausgeräumten Zimmern gehalten. Sämtliche angelegte Zwinger – das wurde 2020 so gefordert – waren seit Monaten nicht mehr in Nutzung.

Die Räume waren ungeheizt und unbeleuchtet, weder in den Räumen noch in den Zwingern hatten die Tiere einen Unterschlupf, den sie mit ihrer eigenen Körperwärme warmhalten hätten können. Die Tiere wurden gut mit Futter und Wasser versorgt und waren in gutem Ernährungszustand.

Der Gesundheitszustand einiger Hunde bedarf intensiver Fürsorge und Betreuung. Derzeit werde der Status quo der einzelnen Tiere erhoben, wobei man nicht an alle Hunde gleich gut herankomme, da diese in ihrem Verhalten zum Teil sehr verunsichert und verängstigt sind, fügt Büroleiterin Vogel hinzu.

Sämtliche Hunde wurden den Haltern fortgenommen und anderweitig untergebracht. Die Notwendigkeit der Verfügung eines Tierhalteverbotes werde derzeit noch geprüft.

Bereits im Jahr 2020 wurde den Tierhaltern mehrere Hunde fortgenommen. Nach Konzepterstellung und diversen Umbauarbeiten wurden einige Tiere zurückgegeben, die Hundehaltung wurde damals auf eine Anzahl von maximal acht Tieren beschränkt. Damals wurden auch Hunde für andere Tierschutzorganisationen gehalten, an diese Organisationen beziehungsweise Tierschützer sind Hunde zurückgegangen. Am 20. Januar dieses Jahres wurden neun der bereits 2020 fortgenommenen Hunde in Lichterfelde vorgefunden. Weitere 14 Hunde wurden angetroffen. Sämtliche Dokumente zu den Hunden stammen aus Ungarn, Rumänien, Serbien und Spanien. Die genaue Aufarbeitung der Kontrolle und Prüfung sämtlicher Details werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da das Problem ja sowohl tierschutzrechtlicher als auch tierseuchenrechtlicher Art zu sein scheint, so Vogel abschließend.

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