Impfschutz gegen „atypische Geflügelpest“ bezeichnete Viruskrankheit

1927 in Newcastle entdeckt

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Pünktlich um 9 Uhr wurde am letzten Tag des alten Jahres der in Wasser gelöste Lebendimpfstoff in Empfang genommen, um ihn dann kurze Zeit später dem Geflügel zu verabreichen.

Seehausen. Über den Verein und über die Presse wurden Geflügelhalter informiert, dass am letzten Tag im alten Jahr der Impfstoff gegen die „Newcastle-Krankheit“ vom Rassegeflügelzuchtverein Seehausen an die Hühnerhalter ausgegeben wird.

Diese auch in Fachkreisen als „atypische Geflügelpest“ bezeichnete Viruskrankheit ist bei Hühnern und Puten, aber auch anderen Vogelarten, erstmals 1927 in Newcastle nachgewiesen worden. Sie ist weltweit verbreitet und hochansteckend. Für den Menschen selbst als Verbraucher besteht keine Gefahr. Selbst der Verzehr von Fleisch und Eiern von infiziertem Geflügel stellt keine Bedenken dar. „In Deutschland besteht gegen diese Krankheit Impfpflicht. Das gilt auch für Kleinsttierhalter.

Um einen flächendeckenden Schutz vor der Newcastle-Krankheit zu gewährleisten, ist es nötig, dass jeder Geflügelhalter seiner Impfpflicht nachkommt“, so der Geflügelzüchter Peter Lange, der als Impfbeauftragter schon seit sechs Jahren den Impfstoff im Verein ausgibt. Was dabei zu beachten ist, erklärten er und der Vizevorsitzende Andreas Wieland am letzten Samstag in der Anlage des Vereins. Natürlich bekommen die Hühner keine Spritzen, sondern der Impfstoff wird über das Trinkwasser den Tieren gegeben. Dazu ist es nötig, dass die Tiere durstig sind.

Deshalb wird auch am Abend vor der Impfung kein Trinkwasser für die Tiere bereitgestellt. Im Beisein der Geflügelzüchter wurde die Ampulle mit dem Lebendimpfstoff „Nobilis MA5 + Clone 30“ geöffnet und in einer definierten Menge in sauberem Trinkwasser gelöst. Dann erfolgte die Ausgabe der entsprechenden Menge, die sich nach der Anzahl der zu impfenden Hühner richtete und einen Mililiter pro Tier betrug. Im Anschluss ging es gleich in die entsprechenden Ställe zum Tränken der Tiere, denn der Impfstoff ist nur maximal zwei Stunden in dieser gelösten Form wirksam.

Dreimal im Jahr erfolgt diese Impfung. Geschlüpfte Küken bekommen erstmals nach vier Wochen ihre Dosis. Neben den 22 Vereinsmitgliedern waren aber auch Züchter ohne Mitgliedschaft zur Ausgabe erschienen, die aus ökonomischen Gründen diese Form der Ausgabe mitnutzen können.

Von Walter Schaffer

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