Ein Trio schildert seine Gründe, die gegen den Autobahnbau sprechen

„A 14 ist nicht mehr zeitgemäß“

Drei A-14-Gegner
+
Sprechen sich klar gegen den A-14-Bau aus: Andrea Berger (l.) Michael Seide und Anna Ahrend.
  • Thomas Westermann
    vonThomas Westermann
    schließen

Seehausen. „Die A 14 ist nicht mehr zeitgemäß“, findet Michael Seide. Er ist seit 1. April dieses Jahres neuer ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Zehrental und ein Gegner der Autobahn. Wohnhaft ist der Jurist in Lindenberg, arbeitet aber gegenwärtig in Seehausen.

Mit der Westaltmärkerin Andrea Berger, eine gebürtige Salzwedelerin, und Anna Ahrend aus Dequede traf der Wahl-Altmärker auf zwei gleichgesinnte junge Frauen. Kennengelernt haben sie sich bei der Mahnwache von Bündnis „Keine A 14“ im Februar auf dem Seehäuser Postplatz. Flächen sollten nicht zementiert werden, fordert das Trio. Außerdem sei nicht belegt, ob mit der Autobahn Wirtschaftszweige entstehen. „Die Autobahn wird zur Verladerampe von Mittel- und Norddeutschland“, sagt Seide und meint damit, dass sich eventuell an der A 14 Online-Händler niederlassen, die kaum Arbeitsplätze schaffen, weil alles automatisiert sei. Die drei A-14-Gegner setzen hingegen auf den Ausbau der Bahnstrecken. „Der Pendlerverkehr muss auf die Schiene verlegt werden, ebenso der Lkw-Verkehr.“ Die drei Altmärker meinen, dass die A 14 wertvolle FFH-Gebiete zerschneidet, die für den Naturschutz von enormer Bedeutung seien. Die A-14-Befürworter hätten sich keine Gedanken gemach, was zukunftsfähige Mobilität angeht. Die Kinder und Enkel der nächsten Generationen müssen die Folgen tragen, ärgert sich das Trio. „Der Autobahnbau ist ein Vorhaben, das gefühlt in den 1990er-Jahren entstand und nun durchgedrückt werden muss. Ganz nach dem Motto ‘Wir bauen zu Ende, was wir begonnen haben’“, so Seide.

Er und die beiden Frauen sehen die grüne Wiese der Altmark als Vorteil und Alleinstellungsmerkmal an, um in reizvoller Umgebung zu wohnen. Der Jurist muss wissen, wovon er spricht, denn jahrelang hat der Zehrental-Bürgermeister in der Bundeshauptstadt Berlin gelebt und gearbeitet. Für ihn sei der Autobahnbau „ein Fass ohne Boden“, der enorme Summen verschlinge. Einst war man von 770 Millionen Euro ausgegangen, mittlerweile sollen sich die Kosten auf 1,7 Milliarden Euro bewegen. Andrea Berger meint: „Wenn Deutschland seine Klimahausaufgaben nicht macht, sprich die Reduzierung des CO2-Ausstoßes, werden Millionen Euro fällig. Der Autobahnbau ist nicht mit den Klimazielen der Bundesrepublik vereinbar.“ Seide sieht mit der A 14 auch eine „Entwertung der Lebensqualität“, der sich darüber freut, dass es im Umkreis von 50 Kilometern keine Autobahn gibt. Und das Trio sieht mit der A 14 den Einzelhandel in Seehausen und Umgebung gefährdet. „Dann wird schnell mal mit dem Auto zum Shoppen nach Magdeburg gefahren, die Städte könnten dann veröden.“ Empörend findet Seide, dass A-14-Gegner häufig als „grüne Spinner“ bezeichnet werden. „Man sollte schon Diskussion und Meinung der Andersdenkenden zulassen“, wünscht er sich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare