Zwölfjähriger auf dem Chefsessel

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Eric Jürgens durfte vor dem Bayern-Spiel auf dem Platz von Wölfe-Coach Steve McClaren Platz nehmen. „Ein tolles Gefühl“, freute sich der Zwölfjährige aus Salzwedel.

Salzwedel / Wolfsburg – Von Marco Heide. „Unentschieden“ lautete die Prognose von Eric Jürgens mehr flehend als überzeugt. Der zwölfjährige Salzwedeler ist ein großer Wolfsburg-Fan und hatte über die Altmark-Zeitung eine Karte für das Spitzenspiel seines Vereins erhalten. Klar, dass er beim Spiel gegen die Bayern im Stadion war. „Gegen Bayern ist es immer etwas Besonderes“, erklärte der Hansestädter. Bereits am Abend zuvor suchte er sich seine Devotionalien zusammen, die er beim Match tragen wollte.

Mit vier Schals behangen, Mütze auf dem Kopf und Fahne in der Hand gings mit den Eltern Doreen und Karsten Jürgens im Auto zum Spiel. Bereits während der Fahrt konnte der junge Mann neue Hoffnung schöpfen. Als vor dem Wagen ein Bus mit Bayern-Fans auftauchte und Mutter Doreen Jürgens zum Überholen ansetzte, öffnete ihr Filius das Fenster und ließ seine VfL-Flagge im Wind flattern. „Die haben wir abgekocht“, freute sich der Zwölfjährige.

Am Stadion angekommen, wartete auf den Salzwedeler eine Überraschung. Denn bevor es auf die richtigen Plätze ging, durfte er einmal woanders Platz nehmen. Und zwar auf der Bank der Wölfe. „Das war ein tolles Gefühl. Hier sitzen sonst Grafite, Josué, Arne Friedrich ...“, sagte Eric Jürgens mit leuchtenden Augen. Doch kurz nach dem Anpfiff bekam die Freude einen leichten Dämpfer. Bereits in der siebenten Spielminute lagen die Wölfe 0:1 zurück. War es das schon? Nein! Der Junge feuerte wie viele andere die Wölfe weiterhin an. Auf einen vergebenen Bayern-Elfer folgte kurz vor der Halbzeit ein Strafstoß für die stärker werdenden Wolfsburger. Doch der Schuss wurde gehalten. Aber: „Da geht noch etwas“, war sich der junge Salzwedeler sicher.

Die zweite Halbzeit begann und der VfL hatte weitere Chancen zum Ausgleich. Doch der Ball wollte einfach nicht ins Netz. 60., 70., 80. Minute – so langsam lief den Wölfen die Zeit davon. Aufgeregt riss es Eric Jürgens bei jeder Chance von seinem Sitz. Und dann endlich die Erlösung. In der 86. Minute sorgte Sascha Riether für den Ausgleich und ein breites Grinsen auf dem Gesicht des jungen Wolfsburg-Fans.

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