Minister favorisiert Auskoffern

Zwischenergebnis zu Brüchau: Giftgrube ist undicht

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Der „Silbersee“ bei Brüchau: Nach den neuesten Erkenntnissen empfiehlt Wirtschaftsminister Armin Willingmann die „vollständige Auskofferung“.

Brüchau – Die Giftschlammgrube in Brüchau ist undicht. Zu dieser Schlussfolgerung ist das Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) gekommen, nachdem Grubenbetreiber Neptune Energy einen Zwischenbericht zu den Untersuchungen vorgelegt hat.

Für Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann kommt nach diesen Erkenntnissen „die vollständige Auskofferung als Vorzugsvariante“ in Frage.

Neptune Energy als Betreiber der Grube hält sich bedeckter: „Die Bohrungen haben ein genaueres Bild der geologischen Schichtenfolge und der Grundwasserleiter ergeben.“ Dies sei ein „zentrales Ergebnis“. Ermittelt worden sei auch das Vorkommen einer Geschiebemergelschicht als Abdichtung nach unten. An zwei Stellen habe man keinen Geschiebemergel nachweisen können.

Die Grünen, die wie die Altmärker und die Bürgerinitiative „Saubere Umwelt und Energie Altmark“ seit langem für eine Beseitigung der Grube kämpfen, halten die Undichtigkeit für „bedenklich“. Sie fordern, dass die Deponie ausgekoffert und der Bohrschlamm sicher entsorgt wird. Abschließend darüber entschieden wird erst, wenn der Endbericht mit Lösungsvorschlag vorliegt. Das Papier wird Ende April erwartet.

Dorothea Frederking, altmärkische Abgeordnete der bündnisgrünen Landtagsfraktion, zeigte sich gestern zuversichtlich: „Eine Auskofferung der Grube mit Verbringen der Abfälle wurde im Ausschuss als Lösungsmöglichkeit genannt. Der Giftschlamm muss weg, damit die Menschen, das Grundwasser und die Umwelt dauerhaft geschützt werden.“

In Brüchau wurde zu DDR-Zeiten 40 Jahre lang hochgiftiger Bohrschlamm entsorgt, der Quecksilber, Säuren und Arsenverbindungen enthält. Messungen hatten in der Vergangenheit ergeben, dass Schadstoffe aus der Deponie austreten.

VON ULRIKE MEINEKE

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