Landwirte aus dem Drömling klagen in Magdeburg  / Tier auf Spielplatz

Der Wolf vor Gericht: Zwischen Angst und Alltag

Neues Schild in Iden: Auf dem Gelände der Landesanstalt hat sich eine Spezialabteilung wegen Isegrim eingerichtet.
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Neues Schild in Iden: Auf dem Gelände der Landesanstalt hat sich eine Spezialabteilung wegen Isegrim eingerichtet.
  • Antje Mahrhold
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Drömling / Altmark. Auch wenn es wie ein Klischee klinge, der Wolf spaziert laut Augenzeugen immer wieder frühmorgens über den Spielplatz eines kleinen Altmarkdorfs.

„Das hätte schöne Bilder gegeben“, sagt das Mitglied der zuständigen Jagdgenossenschaft einer zu Bismark gehörenden Ortschaft am Freitag. Der Mann habe bei seinen Wolfssichtungen auch deshalb keine Kamera dabeigehabt, weil der Kontakt mit Isegrim in den Weiten der Region doch längst Alltag sei.

Diese Beobachtung bestätigen Jäger auch aus der Region Stendal. Und auch der Stendaler Kreisbauernverband läuft längst massiv Sturm gegen das geschützte Tier und kämpft seit einer Wolfstagung Ende der Woche nun noch vehementer für die Eingrenzung des Wolfsbestandes. Kerstin Ramminger, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbands Stendal, hat bei dem Treffen in Klietz auf zuletzt drei gerissene Kälber im Jerichower Land verwiesen. Im Nachbarkreis habe ein Wolf in mehreren Nächten Rinder getötet, erklärte die Verbands-Verantwortliche.

Zugleich ist der Streit um den Wolf nun nach Medienberichten auch am Verwaltungsgericht Magdeburg ein Thema. Dort liegen Klagen zweier Landwirte aus dem Drömling auf dem Tisch, weil es heftigen Streit um die Entschädigungszahlungen nach Wolfsrissen gibt.

Bauern, Züchter und Tierhalter wollen sich auch nicht davon beruhigen lassen, dass Umweltministerin Claudia Dalbert vor wenigen Tagen ein Wolfskompetenzzentrum auf dem Gelände der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) einrichten ließ. Denn es würde manchem Schafhalter nach einem Wolfsriss von den Verantwortlichen mehr oder weniger unter der Hand geraten, die Angelegenheit nicht an die große Glocke zu hängen. Denn sonst werde es schwer, die Entschädigung zu bekommen, erfuhr die AZ aus Züchter-Kreisen.

Von Antje Mahrhold

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