Harms will auspacken

Zustände am Uni-Klinikum: Altmärker sieht Patienten in Gefahr

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Uni-Klinik in Magdeburg (Symbolbild).

Salzwedel / Magdeburg – Eine Herz-Lungen-Maschine, für die es keine Ersatzteile mehr gibt und die nicht mehr repariert werden kann, statt ordentlicher Brandschutzmaßnahmen sitzt eine Brandschutzwache auf der Station der Uni-Klinik in Magdeburg, komplett veraltete Computer, deren Absturz Patientendateien vernichten könnte ...die Liste ist lang, die der altmärkische Landtagsabgeordnete Uwe Harms (CDU) aufzählt.

Er spricht von unhaltbaren Zuständen an der Uni-Klinik. Und ist wütend, dass nichts passiert. Außer, dass inzwischen die Krebsstation geschlossen wurde, weil dort die Patienten nicht mehr versorgt werden konnten.

Er habe bereits am 26. Oktober vergangenen Jahres Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann (SPD) mitgeteilt, dass er mit den brisanten Fakten an die Öffentlichkeit gehen werde, wenn sich nichts ändert, berichtete Harms. Daraufhin hätte der Minister ihm erklärt, dass er – also Harms – es dann sei, der den Schaden anrichte. „Daraufhin bin ich zur Staatsanwaltschaft gegangen“, hat es Harms gereicht.

Denn die Probleme des Uni-Klinikums, auf die Uwe Harms während seiner Arbeit als Landstagsabgeordneter gestoßen war, sind schon viel älter. Bereits am 7. August vergangenen Jahres hatten sich 24 Klinik- und Institutsdirektoren mit einem Brief an Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff und den Aufsichtsrat des Klinikums, dem Minister Willingmann vorsitzt, gewandt und die Zustände geschildert.

Uwe Harms wollte Anzeige gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden und den Aufsichtsrat der Universitätsklinik Magdeburg erstatten, weil er „ein erhebliches Gefährdungspotenzial für die Bevölkerung“ sieht. Erst auf Harms Drängen sei ein Protokoll aufgenommen worden. Darin ist auch vermerkt: „Durch Unterzeichnerin wurde Herr Harms darauf hingewiesen, dass bezüglich der genannten Missstände kein strafbares Verhalten erkennbar ist und das Handeln keinen Straftatbestand erfüllen würde.“ Doch Harms beharrte auf seine Anzeige.

Uwe Harms ist im Landtag Sprecher des Wissenschaftsausschusses und war bis 2016 in der CDU-Fraktion für den Bereich der Uni-Klinik zuständig. Inzwischen hat diese ein Defizit von über 17 Millionen Euro, was sich wiederum auf die Patientenversorgung auswirke, machte Harms deutlich. „Werden entsprechende Investitionen nicht vorgenommen, besteht weiterhin eine akute Gesundheits- und Lebensgefährdung“, ist sich Harms sicher.

Er hat am 9. Mai Einsicht in die Aufsichtsratsprotokolle der Uni-Klinik gefordert. Bislang hat der Landtagsabgeordnete keine Antwort erhalten. Sein Fraktionskollege, der Altmärker Carsten Borchert, unterstützt ihn: „Ich kann es nicht mehr nachvollziehen, dass wir 1,5 Millionen Euro ausgeben, um den Wolf zu beobachten, und gleichzeitig signalisiert die Uniklinik, dass sie am Ende ist. Da schweben einige schon nicht mehr in der Realität.“

VON HOLGER BENECKE

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