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Gewerbeschau in Salzwedel abgesagt

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Von: Ulrike Meineke

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An der ersten Gewerbeschau 2021 auf dem Salzwedeler Marktplatz hatten 50 Händler teilgenommen. Dieses Jahr gab es nur vier verbindliche Zusagen. © Reuter, Christian

Eine Neuauflage der Gewerbeschau 2021 wird es dieses Jahr in Salzwedel nicht geben. Sie war geplant, wurde aber abgesagt. „Wir hatten nur vier verbindliche Zusagen“, begründet Jost Fischer, Vorsitzender der Salzwedeler Werbegemeinschaft. Die Händler hätten überwiegend aufgrund von Personalmangel niemanden gefunden, der sich an einem Sonntag auf den Marktplatz stellt. Deutlicher wird Peter Döbbelin vom Vorstand der Werbegemeinschaft: „Die Händler haben es bis heute nicht verstanden, dass man etwas für sich und für das Marketing erbringen muss.“ Ganz ausfallen soll die Gewerbeschau aber nicht: Geplant ist aktuell, sie in den Nysmarkt (30. September/1. Oktober) zu integrieren.

Salzwedel. Im vergangenen Jahr hatte die Gewerbeschau auf dem Marktplatz stattgefunden – eingebettet in das erste Salzwedeler Vereinsfest. Parallel liefen das Festival „Wagen & Winnen“ und der Tag des offenen Denkmals. Rund 50 Händler hatten sich auf der Gewerbeschau präsentiert. Da eine eigene Schau dieses Jahr nicht zustande kam, soll die Altperverstraße im Rahmen des Nysmarktes zur Gewerbeschau-Meile werden. „Das ist jetzt mit der IHK in Planung“, sagt Fischer. Als Rahmen seien eine Modenschau sowie Tanz- und Sporteinlagen geplant. Ein DJ sorge für Musik und auch Verpflegung gebe es. Nächste Woche, so Jost Fischer weiter, werde die Detailplanung „offensiv angegangen“.

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Jost Fischer: „Die Händler finden einfach niemanden, der sich an einem Sonntag auf den Salzwedeler Marktplatz stellt.“ © Benecke, Holger

„Die erste Gewerbeschau 2021 war ein schönes Fest“, resümiert Peter Döbbelin. Sie sei extra auf einen Sonntag gelegt worden. „So konnten auch die inhabergeführten Geschäfte, die keine Angestellten haben, dabei sein.“ Döbbelin kann nicht verstehen, dass die Händler dieses Jahr nicht mitmachen wollen. „Eine Regelmäßigkeit ist wichtig“, sagt er und nimmt sich selbst als Beispiel: Nachdem er den Bartelskamp übernommen und zum „Tanztempel“ gemacht hatte, brauchte es sechs Bartanzabende, bis aus dem Plus-Minus-Null-Geschäft eine gewinnbringende Veranstaltung wurde. „Gerade auch in Zeiten wie jetzt, wo die Kaufzurückhaltung deutlich spürbar ist, muss man etwas für das Marketing tun“, ist Döbbelin überzeugt. Dass die Händler niemanden fänden, der auf der Gewerbeschau präsent ist, hält er für eine Ausrede. In diesem Zusammenhang verweist das Vorstandsmitglied auf die Idee der Visitenkarten-Ständer in der Stadt, die er „toll“ findet, die aber mangels Händler-Interesse nicht fruchtete. „Viele haben bis heute keine Visitenkarten“, bedauert er.

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Peter Döbbelin: „Die Händler haben es bis heute nicht verstanden, dass man etwas für sich und für das Marketing erbringen muss.“ © AZ-Archiv

Döbbelin verweist auch auf die Gewerbeschau in der kleinen Stadt Wustrow im Wendland, ganz in der Nähe von Salzwedel. Da sei es „immer voll“. Die Händler, auch Handwerker, kämen aus der näheren und auch weiteren Umgebung, um sich dort zu präsentieren.

Döbbelin sieht zudem noch viel Potenzial im Online-Geschäft – eine Schiene, „auf die gerade auch kleine Händler setzen sollten“. Das laufe aktuell genauso wenig wie die Plattform „Altmark live“, ein soziales Netzwerk zur Stärkung der regionalen Wirtschaft. „Die meisten Händler sind auch nicht bereit, sich dort zu präsentieren“, bedauert der 49-Jährige – auch für die Hanse- und Kreisstadt Salzwedel selbst, deren Attraktivität eine florierende Wirtschaft steigern würde.

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