Verkehrskonzept hat sich bewährt / Entgegen allen Befürchtungen: Nur drei Bagatellunfälle

In der Zone läuft es gut

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Oberkommissar Peter Klahs (v.l.), Bußgeldsachbearbeiterin Sandra Thurm und Sachgebietsleiter Eiko Petruschkat haben die Zone umgesetzt.

Salzwedel. „Alles läuft gut“, schätzen die Experten ein. Auch wenn sie mit dem neuen Verkehrskonzept noch nicht alle Ziele erreicht haben.

Seit fast einem Jahr hat Salzwedel die Zone: In der Innenstadt gilt Tempo 20, rechts vor links und geparkt werden darf nur, wo auch Parkflächen ausgewiesen sind.

Im Oktober vergangenen Jahres begann die Umsetzung des Verkehrskonzepts. Damit beauftragt: der städtische Sachgebietsleiter Straßenverkehr und Brandschutz, Eiko Petruschkat, und seine Kollegin, die Bußgeldsachbearbeiterin Sandra Thurm. Verkehrspolizeilich ist Oberkommissar Peter Klahs verantwortlich. Und die fleißigen Männer vom Bauhof mussten in schweißtreibender Arbeit den Schilderwald auswechseln.

Nur noch ein Tempo in der Innenstadt

Die Männer vom Bauhof stellten die Schilder auf.

Im vergangenen Oktober begann das große Schilderaufstellen und aus der Salzwedeler Innenstadt mit den verschiedenen Tempi von 20, 30 und 50 km/h wurde ein Einheitsbereich mit 20 km/h. „Die Idee dahinter: Wir wollten den Durchfahrtswiderstand durch die Innenstadt erhöhen“, erläuterte Eiko Petruschkat bei einem Rundgang durch die Zone. Den Fachbegriff „verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ benutzt er nicht so gern, da in Salzwedel die wenigsten zum Einkaufen in die Innenstadt fahren.

So passieren täglich rund 4500 Fahrzeuge die Neuperverstraße. 98 Prozent, so schätzt Petruschkat, nur zum Durchfahren. Dabei spielt auf dieser Piste auch noch das Sehen und Gesehenwerden eine große Rolle. „Zu den Stoßzeiten kommt man zu Fuß kaum über die Straße“, stützt Oberkommissar Klahs die Aussagen von Petruschkat. Und so lange die Neuperverstraße eine Posermeile ist, gelingt es nur schwer, den Durchfahrtsverkehr von dort weg und auf die Thälmannstraße zu bringen, sieht der Sachgebietsleiter eine Hoffnung aus dem Verkehrskonzept nicht erfüllt.

Radfahrer nehmen sich die Vorfahrt

Jedoch ist die Fahrgeschwindigkeit deutlich heruntergegangen, da an den Einmündungen Vorfahrt gewährt werden muss – Stichwort: Rechts-vor-links-Verkehr. Ein Punkt, an dem viele Einheimische, die gewohnheitsmäßig durchgefahren sind, lange zu knabbern hatten. Und teilweise an der Einmündung An der Katharinenkirche auf die Breite Straße immer noch haben. Denn die Zone 20 gilt nicht nur auf der Neuperverstraße.

Bislang hat es in der Zone drei Bagatellunfälle gegeben – alle wurden von Radfahrern verursacht. Zwei dieser Unfälle ereigneten sich durch Velozipedisten, die von der Sankt-Ilsen-Straße kommend zügig tretend nach links auf die Neuperverstraße strampelten, als ob sie allein in Salzwedel wären, und ein weiterer an der Einmündung Alte Jeetze.

Jede Menge Schilder eingespart

Die Radfahrer müssten noch mehr für die Rechts-vor-links-Regel sensibilisiert werden, fordert Peter Klahs. „Und nicht dem Funkwagenfahrer noch einen Vogel zeigen, nachdem man ihm die Vorfahrt genommen hat“, schilderte der Oberkommissar mit geschwollener Halsschlagader aus dem Salzwedeler Polizeialltag.

„Insgesamt ist die Innenstadt für die Verkehrsteilnehmer einfacher und übersichtlicher geworden und wir haben auch noch jede Menge Schilder eingespart“, bilanziert Eiko Petruschkat nach fast einem Jahr Zone. Er ist sich mit Peter Klahs einig, dass das Verkehrskonzept etwas für die Stadt gebracht hat.

Von Holger Benecke

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