Idee: Tourismus nach Kohleausstieg / Tatsache: Von Urlaubern allein lebt kaum eine Region

Ziel: Urlauber statt Bergleute

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Ein Schaufelradbagger wird im Kohlerevier umgesetzt. Geht es nach der Politik, soll der Kohleausstieg vorangetrieben werden. In den Tagebauseen sollen dann Urlauber baden.

Salzwedel. Der Ausstieg aus der Braunkohle könnte dem Land Sachsen-Anhalt richtig zusetzen. Experten rechnen vor: Allein im Land der Frühaufsteher könnten rund 6000 Kumpel ihre Arbeit verlieren.

Von einem erneuten Ausbluten ist die Rede, glaubt man dem Landrat Götz Ulrich aus dem Burgenlandkreis. Die Aussichten sind dramatisch: Ein Bevölkerungsrückgang, dazu ein politisch gewollter sterbender Industriezweig mache die Situation im Land nicht gerade besser – auch wenn Tagebauseen Urlauber anziehen sollen und die Region dann vom Tourismus profitieren soll. Die Stadt Arendsee hat es rund 30 Jahre nach der Wende ernüchternd feststellen müssen: Der staatlich verordnete Tourismus aus längst vergangener Zeit hat keine Impulse verliehen. Die Situation in der Stadt ist ernüchternd: Trotz ständiger positiver Meldungen über steigende Übernachtungszahlen kämpft die Stadt ums finanzielle Überleben. Verantwortliche haben es versäumt, parallel zum Tourismus Betriebe anzusiedeln.

Im Süden des Landes sind die Entscheidungsträger gewarnt. Obwohl die Situation dort noch nicht so dramatisch ist wie im Norden: Es gibt Unternehmen, die zukunftsorientiert eine große Zahl von Beschäftigten zieht. Ob das den Ausstieg aus der Kohle kompensiert, bleibt offen.

Von Harry Güssefeld

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