Impfbereitschaft sinkt, Inzidenz steigt

Ziche appelliert an Bürger: „Aussicht auf einen normalen Lebensalltag ohne Beschränkungen“

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Yves Müller, organisatorischer Leiter des Impfzentrums (v.r.), Dr. Gerhard Ruff, Impfarzt, ein Soldat der Bundeswehr, Linda Jörke, Impfende, und Axel Schulz, Verwaltungsmitarbeiter, vor dem Salzwedeler Impfzentrum.
  • VonLydia Zahn
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Die Inzidenzahlen im Altmarkkreis klettern wieder nach oben. Innerhalb einer Woche sind die Werte um knapp das Zehnfache gestiegen.

Salzwedel – Donnerstag vor einer Woche lag die Inzidenz im Altmarkkreis noch bei 4,8 – einen Tag darauf bei 12. Am Wochenende war dann ein rasanter Anstieg zu verzeichnen: Der Wert lag auf einmal bei 40,9 – mehr als das Dreifache. Der Infektionsherd sei eine Familienfeier vom 25. Juli in Salzwedel gewesen sowie ein holzverarbeitender Betrieb im Kreis.

Am gestrigen Donnerstag lag der Inzidenzwert bei 49,3 und die Zahl der Infizierten bei 46. Weiterhin ein Anstieg. Umso wichtiger ist es, gegen die Corona-Pandemie anzugehen. Neben den Hygieneregeln, die eingehalten werden sollten, spielt die Impfung eine große und wichtige Rolle. Doch dort scheint es zurzeit kaum vorwärtszugehen.

„Wir beobachten einen Rückgang der Impfbereitschaft in den letzten drei Wochen. Wobei die Zahl der Erstimpfungen relativ konstant, aber leider auf niedrigem Niveau ist“, beschreibt Birgit Eurich, Pressesprecherin des Altmarkkreises, das aktuelle Impfgeschehen. Die Auslastung der Impfzentren liege bei zirka 60 Prozent. Aber: Das Impfzentrum in Salzwedel konnte am Mittwoch insgesamt 248 Impfungen verzeichnen, damit war es nahezu ausgelastet. „Das könnte wage auf eine wieder steigende Impfbereitschaft schließen lassen“, sagt Eurich vorsichtig optimistisch.

Doch was passiert eigentlich mit den Impfdosen, die nicht verbraucht wurden? „Diese sind gekühlt gelagert, entsprechend den Herstellerangaben und werden am nächsten Arbeitstag im Impfzentrum verimpft. Gelegentlich müssen einzelne Dosen am Ende des Tages entsorgt werden“, erklärt Eurich. Und: „Dazu werden genaue Absprachen zwischen den Standorten des Impfzentrums geführt. Das ist auch der Grund, warum versetzte Öffnungszeiten zum Impfzentrum in Gardelegen angesetzt sind, um einzelne Restdosen dort zu verimpfen.“

Das passiert, weil das Nachrückerprinzip von Impfwilligen nicht mehr so gut funktioniert wie zu Anfang. Das heißt, es werden immer sechs Dosen aus einer Flasche aufgezogen und verspritzt. Kommen nicht genug Impfwillige, bleiben Dosen übrig. Bisher wurden übrigens 55 114 Menschen im Altmarkkreis geimpft. 30 814 haben ihre Erst- und 24 300 ihre Zweitimpfung bekommen. Damit haben 29,2 Prozent einen vollständigen Impfschutz.

Um die Bereitschaft zu steigern, wurden „Tage der offenen Tür“ oder mobiles Impfen angeboten. Weil die Impfzentren jedoch mittlerweile auch ohne vorherigen Termin zu den entsprechenden Öffnungszeiten (siehe Infokasten) aufgesucht werden können, sei kein weiterer „Tag der offenen Tür“ für Salzwedel geplant, teilte Eurich mit. Dafür sei Ende August ein „Impfen to go“ im Freilichtmuseum Diesdorf geplant. Zuletzt war eine mobile Impfstation auf dem Salzwedeler Rathausturmplatz aufgebaut. Dort ließen sich am 17. Juli 168 Menschen Johnson & Johnson oder BioNTech immunisieren.

„Im Altmarkkreis Salzwedel ist für nahezu jeden ein niederschwelliges Impfangebot gegeben. Anreiz, sich impfen zu lassen, sollte nicht nur der Schutz der eigenen Gesundheit und der anderer sein, sondern auch die Aussicht auf einen relativ normalen Lebensalltag ohne Beschränkungen durch hohe Infektionszahlen, trotz Corona“, appelliert Landrat Michael Ziche an die Bürger.

Öffnungszeiten des Salzwedeler Impfzentrums

Das Impfzentrum in Salzwedel an der Bahnhofstraße 6 hat noch bis Freitag, 27. August, zu den folgenden Zeiten geöffnet:

• Montag, Mittwoch und Donnerstag von 8.30 bis 15 Uhr

• Dienstag von 8.30 bis 18 Uhr

• Freitag von 8.30 bis 13 Uhr

Ab Montag, 30. August, ändern sich diese:

• Montag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr

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