Zeiten ändern sich, das Kinderlachen bleibt

Hannelore Preu war kurz nach dem Krieg die Erzieherin von Hans-Heinrich Fricke. Dieser besuchte während der Festwoche seinen Urenkel Niklas, der heute in der Einrichtung betreut wird. Foto: Ziems

Salzwedel. „Es schön zu sehen, wie toll sich alles entwickelt hat“, blickte Hannelore Preu am Donnerstag fröhlich auf spielende Mädchen und Jungen an der Kindertagesstätte „Am Feuerwehrplatz“. Sie nutzte die Festwoche zum 100-jährigen Bestehen für einen Besuch an ihrer alten Wirkungsstätte.

Denn dort begann die Salzwedelerin 1945 mit ihrer Lehre zur Erzieherin. „Sehr schwierig“ sei es damals gewesen, erinnerte sie sich und merkte etwas kritisch an: „Das glich schon einer Massenabfertigung.“ Was heutzutage oft selbstverständlich ist, wurde damals als Glück empfunden: zum Beispiel eine warme Suppe, die in großen Kübeln in die Einrichtung gebracht wurde. Ab und an gab es auch ein paar Birnenstücke. Das war für die Knirpse etwas ganz Besonderes. Die Früchte wurden von einem großen Baum, der auf dem Gelände stand und mit einem Sandkasten umrahmt war, geerntet. Die Mädchen und Jungen durften allerdings längst nicht alle Birnen essen, ein Teil wurde verkauft.

Eines der Kinder damals war Hans-Heinrich Fricke. Er wurde nicht nur von Hannelore Preu betreut, sondern lebte auch in dem Gebäude. Denn früher gab es zwei Wohnungen in den oberen Geschossen. Der Spielplatz war wesentlich kleiner als heute. Ein großer Teil des Grundstücks musste als Garten zur Selbstversorgung genutzt werden.

Hans-Heinrich Fricke hat seine frühere Wohnstätte nie aus den Augen verloren. Heute wird sein Urenkel Niklas dort betreut – unter wesentlich besseren Bedingungen. Das trifft auch auf das Spielzeug zu: „Es gab Zeiten, da mussten sich 100 Kindern einen Holzroller teilen. Wir waren schon über Brummkreisel froh“, erinnert sich Hans-Heinrich Fricke heute. Die Kinder wurden damals übrigens von nur drei Erzieherinnen betreut und versorgt.

Beliebt war damals auch das Aufstapeln von einfachen Wäscheklammern. „Aus Eicheln und Kastanien haben wir Spielzeug gebastelt. Das wurde jahrelang genutzt“, erzählte Hannelore Preu, während sie das Fest zum Jubiläum sichtbar genoss und mit anderen Weggefährten über frühere Zeiten plauderte.

Von Christian Ziems

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