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Zeichen setzen: Fahne auf Turm

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Der Bismarckturm wurde am 1. April 1900 eingeweiht. Mittlerweile ist er für Besucher geschlossen. Der Preußen-Verein Altmark will das Gebäude im Wald südlich von Ziethnitz wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen.  Foto: Heymann
Der Bismarckturm wurde am 1. April 1900 eingeweiht. Mittlerweile ist er für Besucher geschlossen. Der Preußen-Verein Altmark will das Gebäude im Wald südlich von Ziethnitz wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen. Foto: Heymann

Salzwedel. Versteckt zwischen hohen Bäumen fristet der Bismarckturm ein trostloses Dasein. Der im vergangenen Jahr gegründete Preußen-Verein Altmark hat sich zum Ziel gesetzt, diese Situation zu ändern und ist dafür mit dem Altmarkkreis Salzwedel, dem Besitzer des Turmes, in Gespräche über die weitere Nutzung gekommen (wir berichteten).

Während der jüngsten Versammlung des Preußen-Vereins wurden nun weitere Einzelheiten und Maßnahmen bekannt, die die Mitglieder als Idee entwickeln oder bereits konkret anstreben.

Ein Vorschlag ist das Errichten eines Fahnenmastes auf dem Turm. Bis zur nächsten Versammlung soll der Vorstand einen Kostenvoranschlag einholen. Zu klären bleibt auch, welche Fahne dort wehen wird.

Auf rund 80 000 Euro schätzt der Preußen-Verein die Sanierungskosten für das Gebäude. Geld, das teilweise durch Fördermittel gedeckt werden könnte. Doch noch fehlt dem Verein die Gemeinnützigkeit, informierte Schatzmeister Jürgen Nitschke die Mitglieder.

Dass Zeit Mangelware ist, wurde während der Zusammenkunft immer wieder betont. Nicht zuletzt deshalb, weil sich 2015 der 200. Geburtstag des Namensgebers jährt.

Bis dahin ist noch einiges zu tun. Der Preußen-Verein will das 2 577 Quadratmeter große Flurstück südlich von Ziethnitz bewirtschaften. Eigentümer soll aber weiterhin der Altmarkkreis bleiben.

Über eine Einzäunung des Geländes herrscht derzeit ebenso Unklarheit wie über mögliche Überfahrtsrechte oder das Beschneiden von Bäumen in der Sichtschneise Richtung Salzwedel. Diesbezüglich sollen weitere Gespräche mit Privateigentümern erfolgen. Außerdem soll das Areal genau ausgemessen werden.

Hans-Jürgen Ostermann erinnerte in einem Vortrag daran, dass bei der Einweihung des Bismarckturmes am 1. April 1900 der damalige Landrat Werner von der Schulenburg schwor, dass sich der Kreis dauerhaft um den Erhalt des Turmes kümmern werde und dieses als Ehrenpflicht ansehe. Daran solle man sich wieder erinnern, Ostermann weiter.

Der Salzwedeler Bismarckturm ist einer von 230 deutschlandweit erbauten Denkmälern. In der Altmark ist er der einzige. In Sachsen-Anhalt gibt es 15. Der Turm in Hasselfelde war 1981 von den Sowjets abgerissen worden.

Ein weiteres Denkmal befand sich in Bismark. Durch Diebstahl und Vandalismus nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört, gibt es Pläne, dieses wieder zu errichten, berichtete Hans-Jürgen Ostermann.

Von Jens Heymann

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