Träger machen Werbung für Schulsozialarbeit / Zwei Bildungsstätten fallen raus

„Wunsch besteht überall“

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Schulsozialarbeiter sollen in den Bildungsstätten unabhängige Ansprechpartner sein. Der Wunsch danach sei überall vorhanden, heißt es aus Expertenkreisen. Doch ist die Finanzierung nach 2020 unklar, und zwei Schulen müssen wieder ohne auskommen. 

Altmarkkreis. Schulsozialarbeit soll nun erstmals ins Landesschulgesetz, dennoch machen sich die Träger dieser schulischen Ergänzung Sorgen über die Jahre ab 2020.

„Die Finanzierung ist noch unklar“, sagt Thomas Koberstein vom Verein zur Förderung der beruflichen Bildung (VFB) in Salzwedel. „Das muss aber dringend geklärt werden, sonst droht uns eine Totzeit. “.

Erste Einschnitte in die Schulsozialarbeit erfahren bereits die Grundschulen Apenburg und Pretzier. Dort fallen 1,5 Personalstellen weg. Den Verlust hatte Pretziers Grundschulleiterin Sabine Just am Rande der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Einrichtung bedauert. Die Stelle in Pretzier war 2015 aufgrund der dort untergebrachten Flüchtlingsfamilien geschaffen worden. Doch diese Voraussetzung hat sich geändert; daher fiel die Stelle weg.

Insgesamt vier Träger kümmern sich im Altmarkkreis um die Schulsozialhilfe: der VFB, das Jugendförderungszentrum Gardelegen, die Arbeiterwohlfahrt und die Diakonie. Bis zum Ende des ersten Teils der aktuellen Förderperiode zum 31. Juli gibt es 17 Schulsozialarbeiter in der Region. Die Salzwedeler Berufsschule ist doppelt besetzt.

Thomas Koberstein betont die Wichtigkeit von Schulsozialarbeit: „An allen Schulen besteht der Wunsch danach.“ Die Situation in Apenburg und Pretzier sei tragisch, da der Bedarf und auch die entsprechenden Fachkräfte vorhanden seien, so Koberstein.

Im Jugendhilfeausschuss, der am Mittwoch tagte, herrschte indes Verwirrung darüber, wer die Prioritätenliste für die Schulsozialarbeit festgelegt hat. Weder Ausschussvorsitzender Uwe Hundt noch Jugendamtsleiterin Jutta Peissig konnten während der Sitzung eine Antwort darauf finden.

Annemarie Schmidt vom Jugendförderungszentrum Gardelegen machte mit mehreren Filmen Werbung für die Schulsozialarbeit. Sie präsentierte Arbeiten von Schülern der Sekundarschule Mieste, teilweise zusammen mit dem Offenen Kanal Salzwedel entstanden, als Beispiel. Dort thematisierten Jugendliche Varianten von Mobbing im Schulalltag.

Von Jens Heymann

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