Schäfer aus Groß Chüden erhält tierische Unterstützung gegen Isegrimm und andere Gefahren

Wolfsschutz auf vier Pfoten

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In Groß Chüden verteidigen zwei Tiere seit kurzem die Schafherde von Jens-Olaf Schawe.

Groß Chüden. Wer seinen Blick nur kurz über die Schafherde von Jens-Olaf Schawe schweifen lässt, wird sie auf den ersten Blick gar nicht bemerken. Aber wer näher an den Zaun herantritt, wird sie spätestens dann deutlich hören: die Herdenschutzhunde Emma und Teddy.

Seit einem Monat ist die Herde am Rande von Groß Chüden ihre neues Zuhause, ihr 160-köpfiges Rudel. Und das verteidigen die Vierbeiner gegen jeden, der ihrer Familie zu nahe kommt – und werden so zum tierischen Wolfsschutz. Sie sollen die Schafe vor allem gegen das Rudel in der Nähe von Gartow verteidigen. „Dennoch sind die Hunde nicht für den direkten Kampf gegen den Wolf gezüchtet“, betont Helmut Lenz. Doch wenn sich vor dem Isegrimm ein kurrender Beschützer aufbaut, lässt der von seinem Vorhaben ab.

Emma und Teddy sind gut sozialisiert und genießen auch mal eine Streicheleinheit. Doch ihre Nähe ist mit Vorsicht zu genießen.

Helmut Lenz ist Mitglied im Vorstand der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe (GzSdW). Sie hat Jens-Olaf Schawe Emma und Teddy für die nächsten zwei Jahre zur Verfügung gestellt. Läuft bis dahin alles glatt, darf der Schäfer den Akbash (türkischer Herdenschutzhund) und den Pyrenäen-Berghund behalten. Die GzSdW verfolgt nämlich eine klare These: „Der beste Schutz der Wölfe ist der Schutz der Schafe“, so Helmut Lenz. Das Landesverwaltungsamt sehe das aber bislang anders, ist er ärgerlich. Seit drei Jahren werde der Antrag des Landesschafzuchtverbandes auf Förderung abgelehnt. Dabei wäre diese für die Schäfer besonders wichtig, denn die Nachfrage nach dem Herdenschutz auf vier Pfoten ist hoch. „Ein Tier kostet im Schnitt 6000 Euro“, weiß Prof. Dr. Peter Schmiedtchen, ebenfalls Vorstandsmitglied. Und Emma und Teddy machen ihre Aufagbe wirklich gut. Sie bellen, knurren, fletschen die Zähne.

„Achtung Herdenschutzhunde“: Schäfer Jens-Olaf Schawe (r.) macht Spaziergänger mit Hinweisschildern auf die Tiere aufmerksam.

„Da sollte man auf keinen Fall über den Zaun steigen“, warnt Jens-Olaf Schawe. Wer die Warnung der Hunde dennoch ignoriert, müsse mit den Konsequenzen leben. In Begleitung des Schäfers darf sich die AZ den Hunden dennoch einmal nähern. Und bemerkt schnell, dass die Fellnasen auch ganz anders können: Sie schnüffeln vorsichtig an den Händen und schlabbern beim Fotografieren über das Gesicht. Nichtsdestotrotz: Für den Schutz der Herde ist es mit der Freundlichkeit auch schnell wieder vorbei.

Von Melanie Friedrichs

Wolfsschutz: Emma und Teddy beschützen die Herde

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