Höhere Entschädigungen gefordert / Tierhalter im Nachbarlandkreis gründen IG

Wolfsgegner werden lauter

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Inflagranti wurde dieser Wolf von einer Wildkamera in der Lausitz ertappt. Er trägt ein frisch gerissenes Rehkitz. Auch in der Altmark ist die Ansiedelung von Wölfen ein vieldiskutiertes Thema.

Altmark / Uelzen. Das Thema sorgt für kontroverse Diskussionen. Wann wird der Wolf überall in der Altmark heimisch sein? Spuren wurden jüngst wieder an der Landesgrenze bei Diesdorf / Waddekath untersucht. Beunruhigt sind vor allem Landwirte und Jäger.

Im angrenzenden Niedersachsen hat sich nun eine Interessengemeinschaft (IG) gegründet. Bereits im Herbst 2013 fanden sich dort Weidetierhalter zu einem lockeren Bündnis zusammen, um Betroffenen von Wolfsrissen Gehör zu verschaffen. Dieses Bündnis wurde nun in eine Form gegossen: Die Interessengemeinschaft der Weidetierhalter in Nord/Ost- Niedersachsen hat ihre Arbeit aufgenommen. Rund 100 Weidetierhalter werden darin vertreten.

Der Sprecher der IG, Ulrich Merz, berichtet von einem Katalog an Forderungen gegenüber der niedersächsischen Landesregierung. Die Kernpunkte: Künftig sollen Halter nicht nur für gerissene Tiere entschädigt werden. Auch Einbußen der Weidetierhalter, beispielsweise durch entgangene Verkaufserlöse, sollen Berücksichtigung finden. Zudem solle sicher gestellt werden, dass keine unkontrollierte Vermehrung des „Raubtieres Wolf“ möglich ist – dies schließe den Abschuss von Wölfen ein, betonte Merz.

Für Annegret Jacobs, Geschäftsführerin des Bauernverbandes Altmarkkreis Salzwedel, ist nicht ausgeschlossen, dass es in der Altmark mal eine Bürgerinitiative in ähnlicher Richtung geben wird. „Wir müssen in irgendeiner Form damit umgehen“, erklärte Jacobs auf Nachfrage der Altmark-Zeitung. „Punktuell ist der Wolf auch hier schon angekommen. Steigt dieser Druck weiter, dann ist eine Bürgerinitiative sicher eine Möglichkeit“, meint Annegret Jacobs.

Der altmärkische Kreisjägermeister Hans-Ulrich Brückner ist generell mit der Ansiedelung des Wolfes nicht glücklich. „Die Landschaft hat sich dafür zu gravierend verändert. Wir tun dem Wolf damit selbst nichts Gutes“, erklärt Brückner auf Nachfrage der Altmark-Zeitung. Der Kreisjägermeister äußert Verständnis für die IG-Gründer und berichtet zum Beispiel von Angst-Rudeln beim Rotwild in der westlichen Altmark. Die Tiere würden mittlerweile auch in der Dämmerung eine erhöhte Aktivität zeigen.

Von David Schröder und Norman Reuter

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