CDU-Fraktion will mit Umfrage Diskussion versachlichen

Wolf: „Begrenzung das Ziel“

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Schutzhunde sollen Wölfe von Angriffen auf Weidetiere abhalten. Ihre Anschaffung ist aber teuer.

Magdeburg / Altmark – Beim Umgang mit dem Wolf trauen die Sachsen-Anhalter am ehesten den Bündnisgrünen. Ihrer Landtagsfraktion messen 19 Prozent die entsprechende Kompetenz zu. Die CDU kommt auf knapp elf Prozent.

Bei den anderen Landtagsparteien ist der Wert halb so hoch. Fast ein Drittel sehen keine Fraktion als kompetent an, genauso viele haben keine Meinung.

Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der CDU-Fraktion, die deren Abgeordnete Detlef Gürth und Bernhard Daldrup gemeinsam mit Professor Michael Stubbe von der Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung (GWJF) im Vorfeld eines internationalen Wolfssymposiums in Halberstadt vorstellten. Die an der Uni Halle angesiedelte GWJF beschreibt sich selbst als unabhängige Vereinigung von Wildbiologen, Jagdwissenschaftlern und Ökologen.

Die Fragen seien von der CDU-Fraktion und der GWJF in Abstimmung mit dem Umfrageinstitut dimap erarbeitet worden. Neben Befindlichkeiten zum Wolf, etwa zu verursachten Schäden, zur Ausbreitung und zum Schutzstatus, wird auch nach Qualifikationen der Jäger gefragt. Jäger seien bestens geschult. „Die Jagdverbände sind anerkannte Naturschutzverbände“, so Stubbe. Der Wolf vermehre sich exponential, was ein Eingreifen notwendig mache.

Das Thema werde durch die „Wolfslobby“ emotionalisiert und durch die „Wolfsindustrie“ instrumentalisiert, wetterte Gürth. Es gebe Organisationen, die daraus Kapital schlagen, indem sie aus Wolfsschutzfördertöpfen profitieren. Die Preise für Schutzhunde seien in die Höhe geschnellt. Allein Sachsen-Anhalt würde rund eine Million Euro jährlich für den Herdenschutz ausgeben, wusste Daldrup zu berichten.

Die Ausweitung des Herdenschutzes, zum Beispiel durch Zäune, schränke andererseits die Bewegungsfreiheit des Menschen ein. Viele Bewohner ländlicher Regionen hätten laut Daldrup inzwischen Angst, sich in der Natur ungezwungen zu bewegen. Beispiele für gefährliche Konfrontationen konnte er für Deutschland nicht nennen. Es sei aber nicht auszuschließen, dass so etwas irgendwann vorkomme. Die CDU-Fraktion will eine Versachlichung der emotional aufgeheizten Diskussion, sagte Gürth. Ziel müsse es sein, die Wolfspopulation zu begrenzen, waren sich die Beteiligten einig.

VON CHRISTIAN WOHLT

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