Wohnungsbaugesellschaft kämpft seit 30 Jahren erfolgreich gegen Leerstand

Salzwedel: Wobau geht die Platte an

Christian Märtens, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Salzwedel, neben einem Firmenfahrzeug
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„Neues Zuhause gesucht? Folgen Sie unauffällig!“ Mit diesem Slogan an ihren Firmenautos – hier der E-Golf – kämpfen Christian Märtens, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft, und seine Mitarbeiter unter anderem gegen den Leerstand. In den Plattenbauwohngebieten beträgt dieser 18 Prozent.
  • Holger Benecke
    vonHolger Benecke
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Die Plattenbauten aus DDR-Zeiten sind immer noch die Wohnungsbestände mit dem meisten Sanierungsbedarf und dem höchsten Leerstand. Die Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Salzwedel (Wobau) hat seit 1990 immer wieder großen Wert auf Modernisierungen gelegt und trotz engem Budget und Altschulden in den vergangenen 30 Jahren kräftig investiert. 

Zu den knapp 2.000 Wohnungen, die die Gesellschaft im Bestand hat, gehören auch die Platten in den Wohngebieten Friedensring und Arendseer Straße. Der Friedensring, dessen Häuser 1979 und 1980 gebaut wurden, ist Spitzenreiter, denn dort sind 230 Wohnungen saniert – zwölf Ein-, 48 Zwei-, 126 Drei- und 44 Vier-Raumwohnungen – das sind 97 Prozent. Und von diesen sind 222 vermietet.

Nicht ganz so rosig sieht es an der Arendseer Straße aus. Von den 606 Wohnungen, die die Gesellschaft dort hat und die zwischen 1984 und 1989 gebaut wurden, sind inzwischen 282 modernisiert und zu 95 Prozent vermietet. Der unsanierte Altbestand von 324 Wohnungen ist lediglich zu 60 Prozent (193 Wohnungen) vermietet.

Der modernisierte Bestand: Am Perver Berg 1 bis 11 (36 Wohneinheiten), Buchenallee 17 bis 25 (30), Hansestraße 26 bis 39 (24), Hopfenstraße 5 bis 27 (174) und Sonnenstraße 19 bis 23 (18). Noch nicht modernisiert sind: Buchenallee 13, 15 (24 Wohneinheiten), Hansestraße 25 bis 35 (144) und Lindenallee 3 bis 27 (156). Wobei die Sanierung der Lindenallee 3 bis 11 im nächsten Monat und 13 bis 19 im nächsten Jahr sowie die 21 bis 27 voraussichtlich 2023 beginnen sollen (wir berichteten).

Zum noch nicht modernisierten Bestand gehören dort 114 Ein-, 61 Zwei-, 133 Drei- und 16 Vier-Raum-Wohnungen. Durch den Teilrückbau – die Blöcke wurden von sechs auf drei Geschosse heruntergenommen, sind vom ursprünglichen DDR-Bestand 160 Wohnungen weg. Betroffen davon waren die Straßen Am Perver Berg 1 bis 11 (36 Wohneinheiten), Buchenallee 17 bis 25 (30), Hansestraße 26 bis 30 (zwölf) und Hopfenstraße 5 bis 27 (64).

Weitere 180 Wohnungen vom Ursprungsbestand sind abgerissen worden: Hopfenstraße 2 bis 6 (72 Wohneinheiten), Hopfenstraße 8 bis 12 (72) und Sonnenstraße 13 bis 17 (36). Insgesamt blickt Wobau-Geschäftsführer Christian Märtens auf 18 Prozent Leerstand bei seinen 836 Plattenbau-Wohnungen in beiden Wohngebieten.

Die Vermittlungskampagne läuft auf Hochtouren. Unter anderem mit dem Slogan „Neues Zuhause gesucht? Folgen Sie unauffällig!“, der auf den Autos der Wohnungsbaugesellschaft prangt. Unter anderem auf dem E-Golf. Denn die Gesellschaft will künftig weiter auf Elektro-Fahrzeuge umrüsten.

Den Strom dafür, produziert die Wobau sogar selbst – mit ihrer neuen Solaranlage auf dem Dach des Firmensitzes an der Holzmarktstraße. Überschüssiger Strom wird in eine Batterie eingespeist, sodass die Zentrale autark agieren kann. Eigentlich wäre in Sachen Sonnenstrom noch viel mehr drin. „Wir haben eine Unmenge von Dächern, dürfen als Vermietungsgesellschaft den Strom aber nicht verkaufen“, bedauert Geschäftsführer Christian Märtens und hofft auf eine Gesetzesänderung.

Zunächst bekommen aber erst einmal 1.400 der knapp 2.000 Gesellschaftwohnungen eine neue Fernsehversorgung zu einem günstigeren Preis als vorher. Bis zum 1. Juli will die Avacon Connect diese mit Glasfaserkabel anschließen, denn dann läuft der Vertrag mit dem alten Anbieter aus.

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