22-Jähriger missbraucht Bankverbindung

Im Gericht: Wobau-Daten in falscher Hand

Salzwedel – Vergangenen Dienstag ging es im Salzwedeler Amtsgericht um einen Computerbetrug. Ein 22-Jähriger hatte sich an den Kontodaten der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) vergriffen und war erwischt worden. Das Urteil gefiel dem Angeklagten nicht.

Der Angeklagte beging im Zeitraum vom 17. bis 29. April 2019 insgesamt 14 Straftaten. Er gab bei einem Computerspiel die Bankverbindung der Wobau an. Deren Geschäftsführer, Christian Märtens, kam dahinter und zeigte den jungen Mann an. In Handschellen wurde dieser in den Gerichtssaal geführt. Seit Januar sitzt der Angeklagte in U-Haft.

Kurz nach Prozessbeginn gab der Anklage alles zu. „Ich habe dumm gehandelt und nicht nachgedacht“, gestand der Täter. Er wollte in einem PC-Spiel Schlüssel für digitale Truhen kaufen, hatte jedoch kein Geld. Statt seiner gab er die IBAN der Wobau an. Insgesamt 14-mal, manchmal mehrfach an einem Tag. Der vorläufige Schaden belief sich auf 500 bis 600 Euro.

Die Mutter des 22-jährigen Mannes verriet, dass ihr Sohn Probleme mit Drogen habe und spielsüchtig sei. Deshalb aber nie in Therapie war. Sie war aber nicht als Zeugin im Gericht vorgeladen.

Der Geschäftsführer der Wobau klärte weiter auf: „Es konnte alles zurückgebucht worden. Es entstand für uns kein Schaden“. Im Anschluss der Befragung entschuldigte sich der Angeklagte vor den Anwesenden bei Christian Märtens.

Die Staatsanwältin forderte in ihrem Plädoyer 70 Tagessätze zu je 13 Euro. Dem kam Richter Klaus Hüttermann später nach. Der 22-jährige Angeklagte wollte ein Jugendstrafurteil. Richter Hüttermann lehnte es aufgrund dessen Alters ab: „Sie sind erwachsen, und somit ist es nun mal ein härteres Urteil.“

Hüttermann wies in seiner Begründung darauf hin, dass das Urteil auch höher ausfallen hätte können, wären alle Straftaten einzeln betrachtet worden. lz

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