Camping am Chüdenwall

Wnuck-Vorschlag: Mehr Attraktivität für Wohnmobilisten durch privaten Einsatz

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Dieser Teil des nur selten ausgelasteten Parkplatzes Chüdenwall könnte elf Wohnmobilen Platz bieten, so der Wnuck-Vorschlag.

Salzwedel. „Das A und O für Wohnmobilisten ist eine zentrale und ansprechende Lage“, machte Thomas Wnuck Montagabend dem Marketingausschuss deutlich. Der Salzwedeler Rechtsanwalt ist Caravan-Fan. „Mein Haus wird also gezogen. Ich bin hier nicht als Lobbyist“, stellte er klar.

Und favorisiert den Parkplatz Chüdenwall als neuen Reisemobil-Standort in Salzwedel.

Andreas Gödecke (v.l.) hat den Stellplatz bislang ehrenamtlich betreut, Wolfgang Kullig brachte sein Wohnmobil mit, Thomas Wnuck hat einen Plan, den er dem Marketingausschuss erläuterte.

Als engagierter Hansestädter hatte Wnuck alles zusammengetragen, was den Wohnmobil-Standort Salzwedel attraktiver machen kann. Und er kam zu dem eindeutigen Schluss, dass der Platz am Freibad ungeeignet sei. Dort hatte sich der Ausschuss zuvor informiert. Ein weiterer engagierter Salzwedeler und Wohnmobilist mit Leib und Seele hatte sein rollendes Urlaubsdomizil, mit dem er zehntausende Kilometer unter die Räder genommen hat, mitgebracht. Auch Wolfgang Kullig votierte für einen anderen Platz. Die Kritikpunkte am Freibad: Nur fünf Stellplätze, deren Breite zwar in Ordnung ist, die Tiefe aber zu wünschen übrig lässt. Für „längere Schiffe“ und Mobile mit Fahrrädern am Heck sind die Buchten zu kurz. Das Einparken wird für längere Fahrzeuge zu einer ganz schönen Zirkelei.

Hinzu kommen Ver- und Entsorgungsprobleme.

So wurde dort vor Jahren einmal eine Schiffspumpe installiert – für Wohnmobilplätze völlig ungeeignet, erklärte Andreas Gödecke, der bislang ankommende Camper in der Hansestadt ehrenamtlich betreut hat. Von ihm ins Auge gefasste, mögliche weitere Stellplätze zwischen Skateranlage und Tennisplätzen finden wenig Anklang. „Wenn es regnet, komme ich mit dem Wohnmobil rein aber nicht mehr raus“, verwies Thomas Wnuck auf den unbefestigten Untergrund.

Die bisherigen Reisemobil-Stellplätze am Freibad sind nicht mehr zeitgemäß und zu kurz, eine mögliche Ausweichfläche ist nicht befestigt.

Thomas Wnuck machte dann deutlich, warum ein attraktiver Reisemobilstellplatz ein nicht zu unterschätzendes Pfund für die Hansestadt sein kann. Derzeit gebe es 450 000 angemeldete Fahrzeuge in Deutschland – Tendenz steigend, hatte er herausgefunden. „Da fahren 900 000 Leute durch die Gegend, die Geld ausgeben wollen“, so Wnuck. Die Mobilisten seien zwischen 40 und 69 Jahre alt, würden gut verdienen bzw. über entsprechende Pensionen verfügen. Und: Jeder Insasse lasse am Verweilort pro Tag 40 Euro, sagt die Statistik. „Es ist mehr“, sagt Wnuck. Aus Erfahrung.

Der Hansestädter plädiert für einen neuen, für Wohnmobilisten attraktiveren Standort. Wnuck hat dabei den hinteren Teil des Parkplatzes am Chüdenwall ins Auge gefasst. Die Kosten für eine Vollausstattung (Strom-, Brauch- und Frischwasser- sowie Fäkalieneinheit) beziffert Wnuck mit rund 40 000 Euro.

Da die Stadt jedoch kein Geld hat, riet Wnuck, Sponsoren wie Sparkasse, Eon und Unternehmer der Stadt zu bündeln, die dies übernehmen. Auch eine Betreuung der wartungsarmen Anlage sollte ehrenamtlich geschehen, schwebt Wnuck vor.

Von Holger Benecke

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