40 Jahre Tagesstätte Pretzier / Langjährige Erzieherin erinnert sich an die alten Zeiten

„Wir waren Vorzeigekindergarten“

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Zum 40. Geburtstag der Pretzierer Kindertagesstätte „Schwalbennest“ waren viele Gäste – groß und klein – in die Einrichtung gekommen. Den Namen trägt die Einrichtung übrigens erst seit 20 Jahren – zum 20. Geburtstag. 

Pretzier. Als die Pretzierer Kinderkombination am 17. April 1978 eröffnete, hatte im Dorf in Sachen Kindererziehung eine neue Zeitrechnung begonnen.

Der alte Erntekindergarten an der Riebauer Straße hatte ausgedient, ebenso die Zeiten, wo das Wasser erst herangeholt und nebenan gegessen werden musste.

„Der Neubau war eine enorme Verbesserung, etwa mit Waschräumen“, sagt Margitte Buhmann rückblickend. Sie war von 1975 bis 2012 als Erzieherin tätig.

Das Glücksrad war eine der Attraktionen zum Kita-Jubiläum.

Mit der damals modernen Einrichtung, die wie oftmals zu DDR-Zeiten mit tatkräftiger Unterstützung von Betrieben und Einwohnern entstanden war, kam allerdings auch Verantwortung: „Wir waren immer Vorzeigekindergarten“, spricht Margitte Buhmann häufige Hospitationen an.

1978, das Jahr der Eröffnung: Während die Pretzierer Kindertagesstätte noch immer ihre charakteristische H-Bauweise besitzt, hat sich das Umfeld der Straße der Jugend seitdem drastisch geändert.

Wo vorher nur Wiese gewesen war, stand nun ein Haus für Krippe und Kindergarten. Beide Bereiche waren in der DDR getrennt und hatten jeweils ihre eigene Chefin. Erst im Zuge der Wende wurde das spätere „Schwalbennest“ zu einer Kindertagesstätte.

Erinnerungsfoto aus vergangenen Zeiten: Margitte Buhmann (4.v.r.) war im Kindergarten von Anfang an mit dabei.

Mit Beginn der Bundesrepublik auf DDR-Boden fielen der Materialmangel und die leichte politische Erziehung weg. „Nach der Wende war es nicht mehr so schulmäßig“, erinnert sich die langjährige Erzieherin.

Margitte Buhmann (bis 2012) und Ursula Schneider (bis 1998) haben lange Jahre im Kindergarten gearbeitet.

Stress gab es damals schon. „Wir hatten lange geöffnet“, berichtet Margitte Buhmann. Mit ihrer Kollegin Ursula Schneider musste sie den Kindergarten auch mal wochenlang allein managen – heutzutage unvorstellbar. Diäten mit Bockwurst und Korn wie bei den Krippenkolleginnen habe es jedoch dort nie gegeben. Schwört Margitte Buhmann.

Von Jens Heymann

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