Hoyersburger hoffen, noch vor Baubeginn zu erfahren, wann die B 248 dicht ist

„Wir sind die Pressestelle“

Stau in Hoyersburg: Die Arbeiten an der Wasserleitung laufen bereits. Die Bundesstraße soll erneuert werden. Vermutlich Mitte Juli bis Anfang September. Dann soll die Piste für sechs Wochen voll gesperrt werden, haben einige Anwohner in Erfahrung gebracht. Das Verkehrsministerium hält mit konkreten Fakten immer noch hinter dem Berg.
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Stau in Hoyersburg: Die Arbeiten an der Wasserleitung laufen bereits. Die Bundesstraße soll erneuert werden. Vermutlich Mitte Juli bis Anfang September. Dann soll die Piste für sechs Wochen voll gesperrt werden, haben einige Anwohner in Erfahrung gebracht. Das Verkehrsministerium hält mit konkreten Fakten immer noch hinter dem Berg.

Hoyersburg. Die Bundesstraße 248 soll von Mitte Juli bis Anfang September für sechs Wochen lang voll gesperrt werden. Das für die Piste zuständige Landesstraßenbauamt in Stendal plant im Bereich Hoyersburg eine Erneuerung der Straße.

Einige Anlieger sind besorgt, wissen nicht, wie sie dann zu ihren Grundstücken kommen sollen. Für viele andere ist der Weg zur Arbeit dicht. Bislang alles nur Gerüchte. Denn: Nichts Genaues weiß man nicht. Und auch die Antworten aus dem Amt bleiben aus. Zum Beispiel die nach der konkreten Sperrzeit, der Umleitung usw.

Die AZ fragte nach: Anruf bei der „Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt Niederlassung Nord in Stendal“ – vor einigen Jahren hieß das noch kurz und einprägsam Straßenbauamt Stendal, wurde aber mehrfach umgetauft. Dort verweist die freundliche Chefsekretärin an das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr in Magdeburg. Denn nur dort dürften Presseauskünfte erteilt werden.

Nun gut. Anruf in der dortigen Pressestelle. Eine freundliche Dame hört sich geduldig meine beiden Fragen an, um mir mitzuteilen: „Schicken Sie mir bitte eine Mail.“ Ich tippsel also die Anfrage in das dafür vorgesehene Formular der verkehrsministeriellen Internetseite. Und erfahre dabei auch, dass ich über die gleiche Adresse signierte Autogrammfotos von Politikern erhalten kann.

Offenbar scheint der Autogrammwunschandrang das Postfach des Verkehrsministeriums zu verstopfen, denn wenig später meldet mir mein E-Mail-Programm, dass die Nachricht nicht zugestellt werden kann – der virtuelle Postkasten ist voll.

Ich greife zum Telefonhörer, rufe noch einmal die nette Dame in der Pressestelle an. „Nein, nein, alles in Ordnung – ihre Nachricht ist angekommen und schon auf dem Weg zur Weiterbearbeitung nach Stendal.“ Dort hatte ich ja zuerst angerufen. Warum geht das jetzt über Magdeburg? „Na, wir sind die Pressestelle.“ Aha.

Meine Nachricht wurde also im Verkehrsministerium von der Sekretärin dem Pressechef vorgelegt. Der ließ diese dann von der Sekretärin zur Landesstraßenbaubehörde nach Stendal weiterleiten. Dort nahm sie ebenfalls eine Sekretärin im Empfang, legte sie ihrem Chef vor. Der wies die Sekretärin an, die Nachricht an den zuständigen Sachbearbeiter für die Bundesstraßen, konkret die Baumaßnahme in Hoyersburg, weiterzureichen. Der wiederum beantwortete die Fragen, reichte sie der Sekretärin, die sie dem Chef vorlegte. Der segnete die Antwort ab und wies seine Sekretärin an, die Antwort nach Magdeburg zur Pressestelle zu schicken. Dort legte diese wiederum eine Mitarbeiterin dem Pressechef vor. Der wies dann die Mitarbeiterin an, die Antwort an mich abzusenden.

Das ist der Weg. Dafür wurden Telefon und schnelles Internet erfunden. Doch seit vergangenen Donnerstag starre ich auf mein E-Mail-Postfach, hoffe auf die ministerielle Beantwortung meiner beiden kleinen Fragen: Wann wird die B 248 gesperrt? Wo verläuft die Umleitungsstrecke? Vielleicht klappt es ja noch vor Baubeginn ...

Von Holger Benecke

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