Bahn will mit niveaufreien Kreuzungen Staus vermeiden

Bahnstrecke von Stendal nach Uelzen: „Wir müssen dort etwas tun“

Lange Schließzeiten an den Schranken gehören in Pretzier zum Alltag. Nach dem zweigleisigen Ausbau der Strecke von Uelzen nach Stendal würde das noch schlimmer werden, wenn man nicht die Kreuzung baulich verändert.
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Lange Schließzeiten an den Schranken gehören in Pretzier zum Alltag. Nach dem zweigleisigen Ausbau der Strecke von Uelzen nach Stendal würde das noch schlimmer werden, wenn man nicht die Kreuzung baulich verändert.

Salzwedel – Die Bahnstrecke von Stendal nach Uelzen, die sogenannte Amerika-Linie, soll ab 2024 zweigleisig ausgebaut werden (AZ berichtete).

Andreas Hartwig, Projektleiter der DB Netz AG, informierte am Dienstagabend im Kreisausschuss für Bau, Wirtschaft und ländliche Entwicklung über den neuesten Planungsstand.

„Der Streckenabschnitt von Stendal nach Uelzen hat eine Besonderheit: Es gibt dort 60 Bahnübergänge, die niveaugleich sind“, erklärte Hartwig. Das heißt, Schienen und Straßen befinden sich auf der gleichen Höhe. Wenn die Bahnstrecke ausgebaut werde, erhöhe sich der Verkehr stark. Beim Personenverkehr sei mit einer Verdreifachung, beim Güterverkehr sogar mit einer Vervierfachung zu rechnen. „Am Tag sollen einmal 240 bis 270 Züge fahren“, sagte Hartwig.

Das Problem dabei: Schon jetzt sind die Schranken an Bahnübergängen wie zum Beispiel in Pretzier oft geschlossen. Nach dem zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke würden sich die Schließzeiten noch deutlich verlängern.

Deshalb sucht die Deutsche Bahn nach Lösungen, um genau dies zu vermeiden. Vor allem, damit Rettungsfahrzeuge die geforderten Einsatzzeiten weiterhin einhalten können.

Deshalb sollen niveaugleiche durch niveaufreie Kreuzungen ersetzt werden, erläuterte der Bahn-Vertreter. Das sei in Rockenthin, Pretzier und Brunau-Packebusch vorgesehen. In Pretzier gebe es schon jetzt „eine sehr starke Belastung durch den Bahnverkehr“.

Bis irgendwann mal die B 190n gebaut werde, dauere zu lange für die Planungen der Bahn. Hartwig: „Wir müssen deshalb dort etwas tun.“ Problem dort sei, dass die Bebauung sehr nah an der Bahnstrecke sei. Es gebe die Möglichkeit, die Kreuzung in Richtung Osten zu verschieben, dorthin, wo noch keine Bebauung vorhanden sei.

Am Bahnhof in Brunau-Packebusch gebe es die Wahl zwischen einer Brücke oder einer Unterführung. Eine Eisenbahnüberführung sei allerdings doppelt so teuer wie eine Straßenüberführung. Ziel sei es, bis 2021 die Vorplanung abzuschließen. Der Baubeginn ist für 2024 vorgesehen, 2028 soll die zweigleisigen Strecke von Uelzen nach Stendal in Betrieb genommen werden, kündigte Andreas Hartwig an. VON CHRISTIAN REUTER

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