Weiterhin nur mit Warteliste / Dosen reichen hinten und vorne nicht aus

„Wir impfen, so viel wir können“

Coronavirus, Impfung beim Hausarzt
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Seit Montag kann sich theoretisch jeder, der möchte, im Altmarkkreis Impfen lassen.
  • vonLydia Zahn
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Zuerst die Alten und Kranken, hieß es bisher, wenn es um die Corona-Schutzimpfung ging. Doch das sieht seit Montag anders aus. Die Impfpriorisierung wurde bundesweit aufgehoben. Also kann jetzt jeder einen Impftermin bei seinem Hausarzt oder in einem Impfzentrum bekommen, unabhängig von Alter und Vorerkrankungen. Die AZ fragte bei den Hausärzten in Salzwedel nach, wie es um Terminvergabe und den rar gesäten Impfstoff steht.

Salzwedel - „Es bekommt noch nicht jeder die Impfung, weil wir nicht genug Dosen haben“, beginnt Dr. med. Edita Pociute-Kurlaviciene. Sie hat ihre Praxis an der Buchenallee 2 in Salzwedel. Zwar ist keine Reihenfolge mehr vorgegeben, doch eine Warteliste gibt es trotzdem. „Man kann sich in eine Liste eintragen lassen und ist dann dementsprechend dran“, erklärt Pociute-Kurlaviciene weiter.

Zur Erinnerung: Bisher sah die Impfreihenfolge vor, dass Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen oder die, die in systemrelevanten Berufen tätig sind, zuerst die knappen Impfdosen verabreicht bekommen sollten. Die Herausforderung ist also nicht mangelnde Zeit während des Praxisalltags oder Desinteresse der Menschen, sondern schlicht und einfach zu wenig Impfstoff. Und der Andrag sei bereits gestiegen. Auch wenn die Priorisierung erst aufgehoben wurde, sei schon zu bemerken, dass die Nachfrage ansteigt, sagte die Ärztin.

„Wir impfen, so viel wir können“, verdeutlicht Pociute-Kurlaviciene. Und: „Seit vergangenem Montag ist Biontech ab zwölf Jahren zugelassen.“ Wie viele Kinder und Jugendliche sich also noch mit auf der Warteliste einreihen, bleibt abzuwarten.

Bei Dr. med. Susanne Mattig – sie betreibt ihre Artzpraxis an der Altperverstraße 1 in Salzwedel – beschreibt den Andrang der Patienten, die geimpft werden wollen, als generell sehr hoch. Dass sich Anfang der Woche etwas in Richtung der Reihenfolge geändert hat, habe sie daher nicht so stark bemerkt. „Wir haben sowieso hauptsächlich ältere Patienten“, erklärt sie im AZ-Gespräch.

Zwar falle auch bei ihr die Menge der Impfdosen nicht übermäßig hoch aus, doch die Rationierung stelle nicht das größte Problem dar. „Wir impfen an zwei Nachmittagen die Woche. Das müssen wir in den Sprechzeiten ja auch unterbekommen. Wir haben so viele Patienten, dass wir nicht hinterherkommen“, berichtet Mattig.

Aus anderen Arztpraxen ist ebenfalls zu hören, dass die Impfstoffmenge nicht ausreiche und weiter Abwarten angesagt ist. Und auch der Altmarkkreis teilte mit, dass die Impfstoffe nur begrenzt verfügbar seien. Um den besonders gefährdeten Menschen dennoch ein schnelles Impfen zu ermöglichen, soll es aber Sondertermine für Über-60-Jährige geben (wir berichteten).

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