Liesten fordert Zuschuss von der Stadt / Waldbad frühestens 2019 wieder offen

„Wir haben den Windpark, Salzwedel das Geld“

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Das Sommerfest in Liesten wird trotz des geschlossenen Bades als Erfolg gewertet. Mit der Aktion auf dem Waldbadgelände im Juli konnte Aufmerksamkeit erzeugt werden.

Liesten. Exakt 32 210 Euro werden jedes Jahr im Januar auf das Konto der Stadt Salzwedel überwiesen, wie während der Liestener Ortschaftsratssitzung zu hören war. Die Summe stammt vom Windpark und wird noch vier Jahre fließen.

Bislang wurden die Einnahmen genutzt, um Verluste im Waldbad auszugleichen. Da dies aber nun geschlossen ist, gibt es seitens des Ortsbürgermeisters Ulrich Keitel eine klare Forderung in Richtung Verwaltung: „Wir wollen für unsere Orte einen Anteil dieses Betrages haben. Dies soll zum Beispiel dem Sportverein zu Gute kommen, der finanziell aus dem letzten Loch pfeift. “ Der Liestener untermauerte dies am Freitag mit: „Wir haben den Windpark, Salzwedel das Geld. “.

Der Unmut der Kommunalpolitiker und zehn Einwohnern war im Versammlungsraum der Feuerwehr unüberhörbar. Dabei ging es immer wieder ums Waldbad. „Den ganz genauen Schließungsgrund kenne ich noch immer nicht“, bemängelte Ulrich Keitel. Im Raum stehen weiter technische Mängel, die mit Wasserqualität zusammenhängen, lose Fliesen und eine oder mehrere Verletzungen bei Badegästen.

Andreas Weigelt, Vorsitzender des Sport- und Bildungszentrum Liesten-Altmark wagte einen Blick in die Zukunft: „Wir werden uns weiter für den Erhalt einsetzen.“ Er glaubt aber nicht, dass die Einrichtung 2018 wieder geöffnet werden kann, sondern frühestens 2019. Zunächst sei zu klären, ob es eine teilweise oder komplette Sanierung gibt. Die Stadt habe einen Förderantrag bei der EU gestellt.

Der Optimismus wird aber nicht von Allen geteilt. „Was einmal zu ist, bleibt zu“, war aus den Zuhörerreihen zu vernehmen. Auch die Aussage von Bürgermeisterin Sabine Blümel, die am Freitag nicht in Liesten war, aber im Vorfeld betont hatte, zum Walbad zu stehen, wurde mit großer Skepsis aufgefasst. So herrschte bei der Sitzung die Meinung vor, die Verwaltung habe nach einem Schließungsgrund gesucht. Probleme gebe es im Salzwedeler Freibad auch immer wieder, waren sich die Anwesenden einig. Geschlossen wurde dies aber nicht.

Ratsmitglied Sigmar Pätzhold zeigte sich erbost: „Das ist ein Ding aus dem Tollhaus.“ Er kritisierte während der öffentlichen Sitzung ganz direkt die städtischen Schwimmmeister, die seiner Auffassung nach lieber in Salzwedel als in einem Dorf wie Liesten arbeiten würden. Zudem sei ihm vor der Schließung gesagt worden, dass Waldbadgelände „wäre besser zum Bepflanzen mit Stiefmütterchen geeignet“.

Das Schließen des Waldbades hat auch Auswirkungen auf Grundschulen der Region. Denn Fleetmark, Brunau und Pretzier nutzten das Bad bisher für den Schwimmunterricht. Einen Ersatz dafür in Salzwedel gebe es allerdings bislang nicht.

„Ich werde es immer wieder hinterfragen“, betonte Andreas Weigelt, bei der Stadtverwaltung nicht locker zu lassen. Ziel des Vereins ist es auch, mehr Aufmerksamkeit von den Stadträten zu bekommen. Der Ortschaftsrat Liesten erwartet insbesondere von der Fraktion „Salzwedel Land“ in Zukunft deutlich mehr Rückendeckung.

Von Christian Ziems

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