So manche Träume werden beim Salzwedeler Adventsmarkt wach

Winterzauber im CJD

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Zum Träumen regte eine kleine Eisenbahn an. Diese war in einem winterlichen Zauber gehüllt. Insgesamt vier Züge rauschten auf den Schienen hin und her. Viele Kinder, vor allem Jungs, verweilten Minuten vor dieser Attraktion.

Salzwedel. Es klopfte an der Tür. „Ich bin es eure Mutter“, rief der böse Wolf, der die sieben Geißlein verspeisen will. Die Kleinen öffnen die Pforte, in dem Glauben es sei ihre geliebte Mama. Doch der Wolf kam ihnen zuvor und versuchte die Geißlein zu fangen.

Die Theatergruppe des Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) Salzwedel zeigten ihr Stück „Der Wolf und die sieben Geißlen“ auf dem Adventsmarkt in den Werkstätten der Einrichtung. Doch das war nicht die einzige Attraktion.

Andrea Leonhardt schaut sich Weihnachtskränze an. Diese wurde von den Menschen aus dem CJD selbst hergestellt.

„Seit 1995 veranstaltet das CJD den Adventsmarkt, immer am Sonnabend vor dem 1. Advent“, erzählt Werkstattleiter Sven Knoche. Duft von frisch gebackenen Keksen und fröhliches Kinderlachen füllten die Gänge der Einrichtung. Viele Gäste sind zum weihnachtlichen Markt gekommen. Es gab allerlei zu entdecken. Neben dem Theaterstück wurde auch „Hänsel und Gretel“ als Puppentheater aufgeführt. Viele kleine Stände mit Dingen aus dem eigenen Haus sind aufgebaut und eine Eisbahnplatte, auf der kleine Lokomotiven in winterlichen Landschaft fuhren, ließ die Kinderherzen höherschlagen. Auch die Jungen und Mädchen der Kreismusikschule Salzwedel spielten weihnachtliche Lieder.

Werkstattleiter Sven Knoche (l.) und Produktionsleiter André Gromeier freuen sich über den gelungenen Adventsmarkt.

„Wir betreuen zirka 140 Menschen mit Behinderungen in neun verschiedenen Abteilungen. Darunter befindet sich Holz- und Kunststoffverarbeitung sowie Obst- und Gemüse-Anbau. Heute auf dem Adventsmarkt verkaufen wir die hergestellten Produkte“, sagte CJD-Chef Sven Knoche.

Dirk Sell mag die vorweihnachtliche Zeit sehr.

Nicht nur der Werkstattleiter ist Stolz. Die Menschen mit Behinderung sind es ebenfalls und freuen sich über jeden verkauften Artikel, die sie mit viel Mühe angefertigt haben. So auch Dirk Sell, der die Besucher durch die Einrichtung führt. „Ich mag diese weihnachtliche Zeit sehr“, erzählt Sell. Er arbeitet seit 22 Jahren in der Einrichtung an der Bergener Straße 2. Verschiedene Rohrschellen schraubt er Tag für Tag zusammen und ist über jedes hergestellte Stück froh. Dirk Sell hat für dieses Jahr auch einen Weihnachtswunsch. „Ich wünsche mir warme Pullover, damit ich gesund bleibe. Die Gesundheit ist das höchste Gut auf der Welt“, erzählt er.

Viele Kinder schauten sich das Märchen „Der Wolf und die sieben Geißlein“ an. Auch ein Puppenspiel war eine große Attraktion.
Die Theatergruppe des CJD führte eine Geschichte auf.

Es wird unter den Mitarbeitern des CJD auch getrauert. „Drei Mitarbeiter, die uns sehr ans Herz gewachsen waren, sind von uns gegangen. Einer von ihnen war gerade erst Anfang 30,“ erzählt Sven Knoche mit leiser Stimme. „Für sie haben wir nun einen Raum der Erinnerung geschaffen, damit die Familie und Angehörige den Verstorbenen gedenken können.“

Von Paul W. Hiersche

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