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Personalkarussell im Salzwedeler Stadtrat: Winkelmann nimmt bei der SPD Platz

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Von: Holger Benecke

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Stadtratsvizevorsitzender Daniel Schaefer (l.) hat die Region und damit den Stadtrat verlassen. © Benecke, Holger

Der Salzwedeler Stadtrat verliert mit Daniel Schaefer („Land bis Stadt“) nicht nur einen Vize-Vorsitzenden, sondern auch einen starken Vertreter der Dörfer. Der Barnebecker ist aus der Region weggezogen, damit erlischt auch sein Mandat. Daniel Schaefer, der nicht nur einer der beiden Stellvertreter des Stadtratsvorsitzenden war, fungierte in der Fraktion „Land bis Stadt“ als Stellvertreter und war im Sozialausschuss ebenfalls als Vize. Weiterhin saß Daniel Schaefer als fundierter Kenner der Materie, als Mann vom Bau, auch im städtischen Bauausschuss. Und er war Jahrgang 1989 und damit der jüngste Stadtrat. Außerdem arbeitete er im Barnebecker Ortschaftsrat mit.

Salzwedel/Barnebeck - Nun geht es um seine Nachfolge. Und da wird es kompliziert. Nachrücker aus der Wählergemeinschaft „Dorf bis Stadt“ ist ebenfalls ein Barnebecker und kein Geringerer als der dortige Ortsbürgermeister Toni Winkelmann. Dieser wiederum will zwar dem Wählerverbund „Dorf bis Stadt“ treu bleiben, liebäugelt jedoch mit den Sozialdemokraten.

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Toni Winkelmann, Ortsbürgermeister von Barnebeck rückt im Stadtrat nach, nimmt aber nicht wie Schaefer bei der Fraktion „Land bis Stadt“, sondern bei den Sozialdemokraten Platz. © Hiersche, Paul

Hundt: Er hat uns gefragt

„Toni Winkelmann hat bei uns angefragt, ob er unserer Fraktion beitreten kann“, bestätigte SPD-Fraktionschef Norbert Hundt. Und weiter: „Die Fraktion hat das bejaht und wir werden es im nächsten Stadtrat verkünden.“ Und der tagt am 23. März, dann schon ohne Daniel Schaefer. Für die SPD ergeben sich jedoch noch weitere Möglichkeiten: Durch eine neue Sitzverteilung könnten die Sozialdemokraten auch einen der beiden Stellvertreter des Stadtratsvorsitzenden stellen. Dazu müsste ausgelost werden, denn mehr als zwei Stellvertreter sind nicht vorgesehen. „Wir werden auf die Möglichkeit hinweisen“, sagte SPD-Fraktionschef Hundt.

Neue Auslosung um einen Vize im Visier

Bislang haben Linke, „Land bis Stadt“, Freie Fraktion und CDU jeweils sechs Sitze im Stadtrat. Es folgen die AfD mit fünf, die SPD mit vier und Bündnis 90 / Die Grünen mit drei Abgeordneten. Beim Eintritt von Toni Winkelmann in die SPD-Fraktion bekommt die Partei fünf Sitze im Stadtrat, „Land bis Stadt“ wird um einen Abgeordneten geschwächt und hat dann nur noch fünf Sitze – gleichauf mit der AfD.

Erst zum Jahreswechsel 2020 / 2021 hatte es einen spektakulären Wechsel gegeben: Die Abgeordnete Christine Ruff, die für die Freie Fraktion in den Stadtrat gewählt worden war, verließ diese und nahm am Tisch von „Land bis Stadt“ Platz.

Zurück zu Tino Winkelmann und Barnebeck: Natürlich werde er sein Amt als Ortsbürgermeister weiter ausüben, machte der künftige Stadtrat gegenüber der AZ deutlich. Doch auch in seinem Ortschaftsrat wird es Veränderungen geben.

Schindler lehnt ab, Fölsch noch offen

Denn dort war Daniel Schaefer ebenfalls Abgeordneter und muss deshalb auch dort ersetzt werden. Auf der Nachrückerliste der Wählergemeinschaft „Dorf bis Stadt“ stehen für diesen Sitz nur noch zwei Kandidaten. Zuerst wäre da Christa Schindler. Sie ist bereits von der Stadtverwaltung angeschrieben worden und hat abgelehnt. Dafür nennt sie auch Gründe: Zum einen ist Christa Schindler im Kreisseniorenrat äußerst aktiv, zum anderen will sie etwas bewegen und anschieben, was sie auch so könne, bekannte sie gegenüber der AZ. Und fügte hinzu: „Die Jugend sollte schon dranbleiben, aber trotzdem auf die Alten hören.“

Nun steht für den Nachrücker im Barnebecker Ortschaftsrat nur noch Axel Fölsch auf der Liste von „Dorf bis Stadt“. Und ob der sich engagieren will, das muss Ortsbürgermeister Toni Winkelmann am 21. März verkünden. Dann tagt nämlich der nächste Ortschaftsrat in Barnebeck.

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