Wildtiere können mit Zusatzfutter unterstützt werden / Milch nicht geeignet

Igel mögen ungewürztes Rührei

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An Futterschalen können sich Igel das nötige Winterfett anfressen. Die Schalen sollten kippsicher sein. Wer möchte, kann auch einen Karton mit einer Öffnung darüber stellen – andere Tiere kommen dann nicht so schnell zum Futter.

Salzwedel. „Igel gehören nicht ins Tierheim“, unterstrich Bärbel Domke gestern im Gespräch mit der AZ. Immer wieder sind Salzwedeler besorgt, da die Tiere trotz kühlerer Temperaturen herumlaufen und keinen Winterschlaf halten.

„Es ist noch gut vier Wochen Zeit“, warnt die Vorsitzende vor zu viel Betreuung. Denn bei Igeln handelt es sich um Wildtiere, die auch ohne menschliche Hilfe zu rechtkommen. Unterstützung ist aber nicht verkehrt. Dazu gehört zum Beispiel, im Garten eine Platz mit Ästen und Laub zu schaffen. Dort können sich die Igel verkriechen.

Bevor sie dies tun, müssen sie viel fressen. Wer dabei helfen möchte, kann Schalen mit Hundenass- oder Katzenfutter (auch trocken) hinstellen. Auf Milch sollte aber verzichtet werden. Wasser ist die bessere Alternative. „Milch enthält Laktose und ist nicht gut für Igel. Sie können Durchfall bekommen“, weiß Bärbel Domke. Auch Obst und Gemüse steht nicht auf dem Speiseplan. Die erfahrene Tierschützerin hat noch weitere Tipps parat: Ungesalzenes Rührei oder Gehacktes ist ebenfalls beliebt. Um das Futter vor Katzen und Regen zu schützen, kann es unter eine Kiste gestellt werden. Diese sollte eine zehn mal zehn Zentimeter große Öffnung haben. Die Fütterung kann auch tagsüber erfolgen, wenn sich der Igel zeigt. Die possierlichen Tiere laufen mitunter noch durch den Garten, wenn es geschneit hat. Auch dann kann Futter gereicht werden. Die Tiere sollten aber nicht aus der Natur entnommen und nicht zum Tierheim gebracht werden. „Uns fehlt einfach die Kapazität“, erklärte die Leiterin Regina Junker. Diese Wildtiere brauchen in menschlicher Obhut besonders viel Aufmerksamkeit.

Übrigens gibt es auch Igel-Pensionen. Für den Salzwedeler Bereich ist eine Einrichtung in der Lutherstadt Wittenberg zuständig. Dort werden in Not geratene Tiere aufgenommen. Allerdings gilt es sie dort hinzubringen. In der Pension werden bis zu 135 Igel gleichzeitig betreut. Dort gibt es auch viele Hinweise zur Pflege der Tiere. Weitere Informationen lassen sich im Internet unter www.igelratgeber.de abrufen.

Von Christian Ziems

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