Mopeds aus der DDR: Einst verschenkt, mittlerweile für viel Geld gehandelt

Wieder stark nachgefragt

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Ein Teilemarkt ist eine Fundgrube für Oldtimerliebhaber.

Salzwedel. Alter Schrott? Von wegen! Ersatzteile für Mopeds, Traktoren oder andere klassische Gefährte sind nicht gerade billig. Und manche sind darüber hinaus auch richtig selten.

Entsprechend viele Hobbybastler drängten sich am Sonnabend durch den Oldtimerteilemarkt am Gerstedter Weg in Salzwedel.

Thomas Felkler aus Grieben an der Elbe schraubt an Zweirädern, seit er acht war. Er hat sich unter anderem auf DDR-Mopeds spezialisiert. Ein bis zwei Wochen braucht der 32-Jährige, um eines zusammenzubauen. Preis und Aufwand richten sich auch immer danach, ob der Interessent ein Mopedgrundgerüst mitbringt oder nicht.

S51, Schwalbe oder Star – die Mopeds des ehemaligen thüringischen Fahrzeugherstellers Simson sind im gesamten Deutschland begehrter denn je. Vor allem deshalb, weil sie durch eine spezielle Regelung bis zu 60 km/h fahren dürfen; 15 km/h mehr als moderne Mopeds.

Entsprechend teuer sind die Kleinkrafträder auch. Eine hergerichtete S51 gehe nicht für unter 1000 Euro weg; Enduro-Varianten für 2000 Euro und mehr, berichtet Thomas Felkler. Also in etwa das, was die Fahrzeuge einstmals in DDR-Mark kosteten. „Die S51 Comfort kostet original sogar mehr als 3000 Euro“, so der Schrauber. Ansonsten sei es wie überall eine Sache von Angebot und Nachfrage.

Lange vorbei sind die Zeiten, als DDR-Mopeds verschenkt wurden. Heutzutage werden die Originalmaschinen gesucht, hergerichtet und für viel Geld verkauft. „Viele sind auf den Zug aufgesprungen“, weiß Thomas Felkler. „Teilweise ist es aber lebensgefährlich, was da auf dem Markt steht“, warnt er. Denn nicht jedes nachproduzierte Teil tauge dasselbe wie ein originales. Von Nachbauzylindern lässt der Griebener beispielsweise die Finger.

Von Jens Heymann

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