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Salzwedel-Arendsee: Es fährt kein Zug nach nirgendwo

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Von: Holger Benecke

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Vergeblich wartet Stadtrat Karl-Heinz Schliekau auf den Zug nach Arendsee. Der sollte mit dem Fahrplanwechsel ab Sonntag rollen, hatte die DRE versprochen. © Benecke, Holger

Die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) wollte zum Fahrplanwechsel dieses Jahres – der war am Sonntag – auf der Strecke Salzwedel /Altstadt-Arendsee wieder Züge rollen lassen. Das hatte DRE-Geschäftsführer Gerhard J. Curth im November vergangenen Jahres im Salzwedeler Bauausschuss avisiert. Und hinzugesetzt: „Wir hoffen, dass wir schon in der Sommerpause fahren können.“ Damit stemmte sich der DRE-Chef gegen einen Antrag der Salzwedeler Stadt-CDU, die Strecke Salzwedel-Geestgottberg entwidmen zu lassen.

Salzwedels Stadtrat Karl-Heinz Schliekau hatte den Stein ins Rollen gebracht. Vor allem weil der Bahnübergang dieser Strecke am Bundesfeldweg Probleme bei der Umstufung und den Ausbau zu Kreisstraße bereit. Curth konnte dies abwenden und sich Zeit für das DRE-Vorhaben zum Wiederbeleben der Strecke verschaffen. Doch nun stand Karl-Heinz Schliekau auf dem Altstädter Bahnhof und wartete vergeblich auf einen Zug. Zugewachsene und marode Gleise vermittelten nicht den Eindruck, dass die Arendseebahn nun rollen könnte. Schliekau ist sauer. Denn Curth hatte versprochen, bereits im Januar dieses Jahres mit „kleinen Maßnahmen“ zu beginnen, anschließend die Strecke von Arendsee bis Geestgottberg mittels Gleisbau für höhere Tonnagen zu ertüchtigen und in einer dritten Stufe die Strecke Klötze-Oebisfelde einzubinden.

Nun ist im vergehenden Jahr nicht passiert. Die Natur hat die Gleise erneut überwuchert. Züge rollten nicht. Das Problem sei, dass es eine Pachtstrecke sei, „die nicht ganz in Ordnung ist“, sagte gestern Andreas Franzke, Eisenbahnbetriebsleiter der DRE. Seit zwei Jahren verhandele die DRE mit dem Eigentümer über die DB-Netz, um die Strecke zu kaufen. Denn dann könne man auch in die eigene und nicht in fremde Infrastruktur investieren, begründete Franzke. Eine Information, die DRE-Geschäftsführer Curth dem Bauausschuss vor einem Jahr nicht gegeben hat. Was an der Strecke „nicht ganz in Ordnung“ ist, nannte Franzke auch: Dies betreffe besonders die schlechten Holzschwellen im Stadtgebiet Arendsee.

Doch zurück zum Kauf durch die DRE: Dort habe es laut Franzke offenbar einen Richtungswechsel gegeben. Es dürfe momentan keine Strecke verkauft werden. Allerdings sei der DRE auch signalisiert worden, dass die Altmark für die Deutsche Bahn „uninteressant“ sei. Franzke: „Wir verhandeln weiter, und hoffen im nächsten Jahr zu Stuhle zu kommen.“

Es müsse eine Entscheidung „in die eine oder andere Richtung“ fallen, so der Eisenbahnbetriebsleiter. Zugleich verhandele die DRE auch mit dem Land Sachsen-Anhalt, das will, dass die Strecke stillgelegt oder abgegeben werde.

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