Einheitsgemeinde verliert im Jahr 2018 rund 300 Einwohner

Salzwedel: Wieder größeres Menschen-Minus

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So voll wie beim Turmblasen wird es in Salzwedel selten. Die Kommune hat erneut Einwohner verloren.

Salzwedel – Der seit Jahren anhaltende Bevölkerungsschwund in Salzwedel hat sich 2018 wieder verstärkt. Aus den Daten des Einwohnermeldeamtes geht hervor, dass insgesamt 308 Personen weniger in der Einheitsgemeinde leben – von 24.580 ging es in zwölf Monaten herunter auf 24.272.

Das entspricht in etwa der Größenordnung von Dörfern wie Cheine oder Mahlsdorf. Während sich die Anzahl der gemeldeten Ausländer um 24 Menschen auf 1464 erhöht, haben entsprechend 332 Deutsche die Stadt bzw. ihre Ortsteile verlassen.

Das Altersspektrum hat sich hingegen kaum geändert. Der durchschnittliche Salzwedeler ist nach wie vor 46 Jahre alt, die Männer dabei etwas jünger (44) als die Frauen (48). Wird auch hierbei eine Unterscheidung nach Nationalitäten gemacht, ergibt sich ein differenziertes Bild. Die deutsche Bevölkerungsmehrheit (94 Prozent) ist mit 47 Jahren deutlich älter als die hierzulande wohnenden Ausländer (28 Jahre im Mittel, davon 33 Jahre bei EU-Bürgern).

Wenig überraschend ist der Sterbeüberschuss in der Einheitsgemeinde. 364 Menschen sind im vergangenen Jahr verstorben, lediglich 182 neue Erdenbürger haben ihren Wohnsitz in Salzwedel oder in einem der Dörfer.

Auch das sogenannte Wanderungssaldo, also die Differenz aus Zu- und Wegzügen, spricht nicht für die Hansestadt. 1199 Bürger suchten das Weite, nur 1073 kamen in die Region. Frauen bleiben in Salzwedel in der Überzahl, wenngleich nur knapp (12.233 zu 12.039). Ein Faktor hierbei spielt jedoch der deutlich höhere Anteil von Männern unter den Ausländern (60 Prozent).

Dörfer mit Bevölkerungsplus waren 2018 unter anderem Wistedt, Klein Gerstedt und Groß Chüden; ein Minus gab es in Seeben, Osterwohle, Groß Wieblitz und Dambeck. 

VON JENS HEYMANN

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