AZ-Experte Reinhard Zakrewski nahm die Sommer-Monate genau unter die Lupe

Wetterspezial zur Urlaubsplanung

Die heißesten Tage sagt AZ-Wetterexperte Reinhard Zakrewski für Ende Juli bis Anfang August voraus.

zaki Altmark. Wer kennt sie nicht, die Qual der Wahl mit den Urlaubszielen und –Zeiten in Deutschland. Und dann soll auch noch schönes Wetter sein. Tatsächlich brauchen wir eine ganze Menge Glück, um ohne Wetterfrust und gebräunt aus dem Urlaub zurückzukehren.

Denn in unseren wechselhaften Breiten haben Tiefdruckgebiete aus fast allen Himmelsrichtungen freien Zutritt. Und auch das Azorenhoch kann den heranrückenden Regen- und Gewitterfronten nur für wenige Tage Paroli bieten. Trotzdem sind wir dem ungezügelten Treiben der Tiefdruckwirbel nicht völlig hilflos ausgesetzt. Gibt es doch die so genannten Witterungsregelfälle, meteorologisch Singularitäten. Sie zeigen sich in den Wetterstatistiken durch ein fast regelmäßiges Auf und Ab von meist schönen und weniger schönen Witterungsphasen. Natürlich halten sie sich nicht immer genau an den Kalender. Verschiebungen von einigen Tagen sind durchaus drin und gelegentlich fallen sie sogar aus.

Zufall oder nicht: In der Hauptreisezeit von Mai bis September scheint kühles und wechselhaftes Wetter vor allem die Tage rund um die Monatsmitte gepachtet zu haben. Diese im langjährigen Mittel unfreundlichen Witterungsphasen werden flankiert von Schönwetterperioden besonders zu den Monatswechseln - und das fünfmal in Folge. Aus der Reihe tanzt da nur der Mai, der nicht selten einen kalten oder sogar frostigen Start hinlegt (verfrühte Eisheilige).

Eine regelrechte Sonnenbank ist die Frühsommerperiode in der letzten Mai- und ersten Juniwoche. Dies ist die optimale Zeit zum Reisen. Mitte Juni folgt der Absturz in die Schafskälte. Ein feuchtkühler und windiger Kälterückfall vom 10. bis 20. Juni ist schon fast garantiert. Ein Aufwärtstrend für den Sommer zeichnet sich im letzten Junidrittel bis Anfang Juli ab. Diese Tage fallen teilweise schon in den Siebenschläferzeitraum, der vom 27. Juni bis 10. Juli dauert. Ist die Atmosphäre in dieser Zeit überwiegend auf Krawall gebürstet, leiden auch die folgenden vier bis sieben Wochen darunter.

Am 23. Juli starten die Hundstage mit der heißesten Zeit des Jahres. Bis zum 10. August werden allgemein die höchsten Temperaturen des Jahres gemessen und die Chancen auf Bade- und Freizeitspaß erreichen ihren Höhepunkt. Danach zeigt sich das Sommerwetter schon wieder brüchig. Spätestens in der letzten Augustwoche naht Hoffnung auf ein stabiles Spätsommerhoch. Bleibt es mit seinem Schwerpunkt östlich von uns liegen, können südliche Winde das Thermometer noch auf 30 Grad treiben, vereinzelt sogar darüber.

Im zweiten Septemberdrittel wird es gar schon herbstlich, bevor in der letzten Septemberwoche die ruhigen Tage des Altweibersommers anbrechen. In Norddeutschland hält dieser oft bis Anfang Oktober durch, in Süddeutschland tendenziell länger. Mit warmen Tagen, aber schon kühlen Nächten ist er einer der zuverlässigsten Schönwetterperioden des Jahres und ein schöner Schlussakkord.

Faustregeln für Reise und Freizeit: Von Ende Mai bis Anfang Oktober ist das Wetter rund um die Monatswechsel stabiler und schöner als zur Monatsmitte. Die Frühsommerperiode Ende Mai/Anfang Juni ist die zuverlässigste im ganzen Jahr. Die Hundstage vom 23. Juli bis 10. August bieten die meisten Sommertage am Stück (mindestens 25 Grad) und das wärmste Wasser in Nord- und Ostsee und den Binnenseen. Späturlauber kommen durch das beständige Spätsommerhoch Ende August/Anfang September voll auf ihre Kosten.

Das hat ein durchschnittlicher Sommer (Juni-August) in der Altmark zu bieten: 167 Liter Regen/Quadratmeter, 630 Sonnenstunden, 36 Sommertage (mindestens 25 Grad), neun bis zehn „Heiße Tage“ (mindestens 30 Grad)

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