Werbeagentur Boy ist mit ihrer Kampagne nicht nur in der Altmark umstritten

Grüne Wiese, echter Norden

360 000 Euro kostete die Entwicklung: Umstrittene Boy-Werbekampagne „Die Altmark – Grüne Wiese mit Zukunft.“

Altmark. In der Altmark diskutiert man heftig darüber, ob die neue Marketingkampagne „Grüne Wiese mit Zukunft“ der Werbeagentur Boy tatsächlich eine Zukunft hat und Menschen in die Region lockt.

In Schleswig-Holstein ist man mit einer solchen Debatte bereits einen Schritt weiter: Dort beschäftigt die aktuelle Werbekampagne mittlerweile sogar den Landtag. Strategischer Kopf der Kampagne auch dort – die Werbe-Agentur Boy.

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Was in der Altmark der Streit um die „grüne Wiese“ ist, ist in Schleswig-Holstein die Kontroverse über den „echten Norden“. Diesen Spruch nämlich hat die Werbe-Agentur für das nördlichste Bundesland auserkoren: Die neue Dachmarke „Der echte Norden“ soll „Land der Horizonte“ ablösen. Dieses Konzept sorgt für bissige Kommentare. „Der echte Norden ist Unsinn, denn es gibt ja keinen falschen“, wird etwa der Geschäftsführer der Berliner Kommunikationsagentur Blumberry, Lutz Meyer, in Medien zitiert. Und die Geschäftsführerin der Nordsee-Tourismus-Service GmbH, Constanze Höfinghoff, stellt demnach fest, das die Dachmarke „gut gemeint, aber schlecht gemacht“ sei.

90.000 Euro kostete die Entwicklung: Umstrittene Boy-Werbekampagne „Der echte Norden“.

Genau das wirft man der Werbeagentur Boy ja auch in Sachen Altmark-Kampagne vor. Immerhin 360 000 Euro aus EU-Fördergeldern fließen für eine groß angelegte Plakatierung mit Schwarzweißbildern, mit denen sich viele Altmärker so gar nicht identifizieren können. So spottete etwa Arendsees Bürgermeister Norman Klebe, die Kampagne lade zur „Beerdigung auf der grünen Wiese ein“. Und auch die Vorgehensweise der Agentur, die unter anderem einen Angler offenbar still und heimlich und ohne dessen Wissen knipste, sorgt für Zweifel an der Professionalität.

In Kiel sah sich derweil der FDP-Abgeordnete Wolfgang Kubicki sogar zu einer kleinen Anfrage an die Landesregierung veranlasst. Wie viele Werbeagenturen denn angeschrieben worden seien? Die knappe Antwort: „Keine“.

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