42 Männer und vier Frauen gehen nicht nur für die Salzwedeler durchs Feuer

„Wenn wir aussteigen, ist Schluss“

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Scheunenbrand in Thielbeer am 14. November: Auch außerhalb ihres Wirkungsbereiches sind die Salzwedeler Feuerwehrleute gefragt, wenn Spezialtechnik – hier die Drehleiter – ran muss.
  • Holger Benecke
    VonHolger Benecke
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159 Einsätze hat die Salzwedeler Feuerwehr 2021 absolviert. Ein eher ruhiges bis normales Jahr, schätzen die beiden Feuerwehrchefs Mario Müller und André Diessl ein. Denn bis Ende November führte Mario Müller noch die Wehr, dann übernahm André Diessl.

André Diessl: Der Feuerwehrchef ist 79 der insgesamt 159 Einsätze seiner Wehr selbst mitgefahren und rangiert damit auf Platz 3.

Salzwedel - „Wir sind bislang gut durch die Pandemie gekommen – ohne schwer Erkrankte“, bilanziert Müller. „Alle Kameraden haben sich streng an die Regeln gehalten. Und das nicht nur im Gerätehaus, sondern auch im privaten Umfeld“, ergänzt Diessl und zollt seiner Truppe hohes Lob. „Denn“, so macht Müller deutlich, „wenn wir aussteigen, ist Schluss.“ Ein Szenario, das sich niemand vorstellen kann und möchte.

Vorbildlich durch die Pandemie

Im neuen Jahr, das bislang einsatzlos verlaufen ist, soll auch die Ausbildung wieder anlaufen. Die beiden Züge der Salzwedeler Feuerwehr hatten immer mittwochs und donnerstags ihr Wissen und Können auf den neusten Stand gebracht. Das wurde aufgrund der Corona-Pandemie eingestellt. Erst ab Mai konnte wieder geübt und ausgebildet werden. Im Oktober war dann aus Sicherheitsgründen erneut Schluss. Auch der Nachwuchs, die Mitglieder der von Kevin Koschwitz geführten Jugendwehr konnte nicht mehr zu den spannenden Diensten zusammenkommen.

Mario Müller führte die Wehr seit 2015 noch bis Ende November vergangenen Jahres. Er ist seit 1979 Feuerwehrmann in Salzwedel.

Löschen und Hilfe leisten

Doch nun zu den 159 Einsätzen: Im Jahr davor, 2020, waren es noch 176. Die Masse des Aufkommens teilten sich im vergangenen Jahr Brände (68) und Hilfeleistungen (76). Von Letzteren nahm die technische Hilfeleistung (Verkehrsunfäll und dergleichen) mit 62 Einsätzen den größten Teil der Feuerwehrarbeit ein.

Kevin Hagner führt die Hitliste der Einsatzmänner an. Er ist im vergangenen Jahr 91 Mal zum Löschen, Retten, Bergen ausgerückt.

Das Brandgeschehen 2021: Acht Feuer wurden als „Kleinbrand a“ kategorisiert. „Die machst du mit dem Feuerlöscher oder der Kübelspritze aus“, sagen die Kameraden. Zu den Schläuchen greifen die Feuerwehrleute ab „Kleinbrand b“ (26) und bei „Mittelbrand“ (7). Weiter mussten vier Großbrände bewältigt werden.

Die Hitliste der Einsatzleute

Auch zur Tierrettung wurden die Freiwilligen drei Mal gerufen, drei Sturmeinsätze und acht Ölspuren runden die Einsatzstatistik ebenso ab wie jeweils neun Mal ausgelöste Brandmelder und blinder Alarm.

Neu im Feuerwehralltag sind die früher ABC (Atomar, Biologisch, Chemisch) genannten Einsätze. Diese heißen jetzt CBRN = Chemisch, Biologisch, Radioaktiv, Nuklear. Sechs Mal hatte die Salzwedeler Feuerwehr CBRN-Alarm. Zur Beruhigung: Es handelte sich lediglich um Gasaustritte. Neben jeweils einem Fehl- und einem Rauchmelderalarm schoben die Ehrenamtlichen auch acht sogenannte Brandsicherheitswachen, im Feuerwehrjargon auch Theaterwachen genannt.

Kevin Koschwitz führte 2020 die Statistik der einsatzfreudigsten Kameraden an. Vergangenes Jahr war er 79 Mal mit draußen – Platz 4.

In der Statistik jener Ehrenamtlichen, die ausrücken, um Menschen sowie Hab und Gut Anderer zu retten, steht 2021 Kevin Hagner an der Spitze. 91 Mal ist er zum Einsatzort geeilt, wenn die Sirene rief. Gleich hinter ihm kommen Daniel Friedrich mit 87, Feuerwehrchef André Diessl mit 82 und Kevin Koschwitz mit 79 Einsätzen.

46 stehen an der Spritze

André Diessl, der als erprobter Einsatzmann und Zugführer die Salzwedeler Feuerwehr von Mario Müller übernommen hat, kann sich auf eine bewährte Mannschaft stützen. 46 Aktive – darunter vier Frauen – sind da, wenn die Sirene sie ins Gerätehaus ruft. In der Jugendwehr bereiten sich 15 Jungen und Mädchen darauf vor, einmal Feuerwehrmann bzw. Feuerwehrfrau zu werden. Weiter können alle auf den Erfahrungsschatz der zehn Angehörigen der Alters- und Ehrenabteilung jederzeit zurückgreifen.

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