Kümmert euch um eure Tiere!

Wenn das Tierwohl leidet: Altmarkkreis nimmt Halter in die Verantwortung

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Eine sorgfältige Untersuchung bei einem Hund: Nicht immer werden Tiere so gehalten, dass es ihnen gut geht. Der Altmarkkreis musste allein im vergangenen Jahr Haltern 52 Tiere wegnehmen.

Altmarkkreis – Dünn, kein Wasser und Durchfall: Dieses Hunde-Bild bot sich Mitarteitern des Kreis-Verterinäramtes bei einer Kontrolle. Es handelte sich um drei Tiere der Rasse Deutsche Dogge, die einen mäßigen bis schlechten Ernährungszustand hatten.

Hinzu kam eine zwölfjährige Schäferhündin, die ohne Wasser und Futter in einem dunklen, zugekoteten Verschlag leben musste. Trotz offensichtlicher Schmerzen wurde kein Tierarzt zu Rate gezogen. Ein Ehepaar hielt sie alle bis zum vergangenen Jahr. Dann schritt der Kreis ein. Die Tiere kamen in bessere Obhut. Dies hielt die bisherigen Besitzer aber nicht davon ab, sich wieder einen Hund zu besorgen. Die Spezialisten im Kreis bekamen davon Wind und kontrollierten. Der Rottweiler zeigte bereits beginnende Verhaltensauffälligkeiten. Er wurde ebenfalls weggenommen. Die zwei Altmärker wurden mit einem Haltungs- und Betreuungsverbot belegt. Dies ist die Konsequenz für massive Verstöße gegen das Tierschutzgesetz.

Nicht artgerecht

Dieses Beispiel aus der Arbeit der Fachleute wurde im aktuellen Verwaltungsbericht veröffentlicht und zeigt, das Tierwohl nicht an letzter Stelle steht. Nicht nur bei dem Ehepaar waren Lebewesen nicht gut aufgehoben und muss weggenommen werden. 2018 war dies bei 52 Tieren der Fall. Es handelte sich konkret um zehn Pferde, zwei Katzen, 16 Hunde, zehn Kaninchen, zwei Schweine und zwölf Hausgeflügel. Die Situation war überall ähnlich: Sie wurden nicht artgerecht gehalten.

Altmärker melden

Immer wieder rufen Einwohner an und melden Fälle. Dies war im vergangenen Jahr insgesamt 45 mal der Fall. „Durch zeitnahe und intensive Kontrolltätigkeiten konnten viele weitere Verstöße gegen das Tierschutzgesetz verhindert werden“, heißt es im Bericht.

Auch ein Zirkus in Kalbe wurde von den Fachleuten des Altmarkkreises ganz genau unter die Lupe genommen. Es gab mehrere Beanstandungen. Tiere wie Lamas und Ziegen waren nach Einschätzung der Experten rechtswidrig angebunden sowie ohne Wasser. Da sich das Zirkuspersonal „uneinsichtig und aggressiv“ zeigte, waren einige Kontrollen nur noch mit Hilfe der Polizei möglich. Dem Zirkus wurde die Erlaubnis vorübergehend entzogen und ein Pony durfte nicht weiter transportiert werden. Grund war ein fehlender Pferdepass.

VON CHRISTIAN ZIEMS 

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