Putz: „Der Baum bedroht mein Haus“ / Doch gefällt wird der gegenüber

Wenn die Säge bei den Nachbarn knattert

Rosemarie Putz ist geschockt: Seit Jahren will sie den Baum vor ihrem Haus (im Hintergrund) weghaben, weil dessen Wurzeln dem Bauwerk zu schaffen machen. Alle ihre Bemühungen sind an den Ämtern gescheitert. Nun knatterte die Säge gegenüber.
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Rosemarie Putz ist geschockt: Seit Jahren will sie den Baum vor ihrem Haus (im Hintergrund) weghaben, weil dessen Wurzeln dem Bauwerk zu schaffen machen. Alle ihre Bemühungen sind an den Ämtern gescheitert. Nun knatterte die Säge gegenüber.

Salzwedel. „Als ich die Motorsäge knattern hörte, dachte ich, die schneiden die Krone aus. “ Doch als der Baum vor der Großen Pagenbergstraße 32 dann umlag, war Rosemarie Putz mehr als erstaunt. Seit Jahren kämpft sie darum, dass der Vogelbeerbaum vor ihrem Haus Nr. 29 schräg gegenüber wegkommt.

Dessen Wurzeln machen ihrem Haus zu schaffen. Risse im Keller und in den Wänden zeichnen ein beredtes Bild.

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Nach einem Rohrbruch im Dezember 2011 hatten Arbeiter die Rentnerin darauf aufmerksam gemacht, dass das Wurzelwerk dem Haus zu schaffen macht. Seitdem versucht Rosemarie Putz zusammen mit dem städtischen Bauamt eine Lösung zu finden. Doch von dort schlug ihr bislang nur Ablehnung entgegen. Die Risse würden nicht von dem Wurzelwerk stammen. Die Rentnerin solle sich einen Gutachter suchen. Und in einer MDR-Sendung am 22. April sagte Bauamtsleiterin Martyna Hartwich, dass die Stadt die Große Pagenbergstraße nicht „baumfrei“ machen werde. „Davon hat nie jemand gesprochen“, ist Rosemarie Putz sauer. „Es ging immer nur um den einen, über 100 Jahre alten Vogelbeerbaum vor meinem Haus“, bekräftigt sie. Und ist mehr als verwundert, dass gegenüber gefällt wird und bei ihr die Wurzeln des Stadtbaumes weiter die Fundamente ihres Hauses knacken dürfen.

Warum nun der Baum vor der Nr. 23 gefällt wurde, die Vogelbeere vor der Nr. 29 aber stehenbleiben darf, war gestern nicht zu erfahren. Im städtischen Bauamt war niemand zu erreichen. Eine Erfahrung, die auch Rosemarie Putz seit Jahren macht. Deshalb hat sie sich nun ans Bauministerium gewandt.

Von Holger Benecke

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