PVGS-Geschäftsführer Ronald Lehnecke zu den Überlegungen des Bundes

Wenn der Bus gratis wäre

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64 Linienfahrzeuge hat die PVGS in ihrem Fuhrpark. 22 davon sind mit Erdgas betrieben.

Altmarkkreis. Die Bundesregierung, die wegen der hohen Schadstoffbelastung in Städten massiv unter Druck steht, denkt darüber nach, den öffentlichen Nahverkehr kostenlos zu machen, und will das zunächst in fünf Städten testen lassen.

Grundsätzlich ist das keine schlechte Idee, meint Ronald Lehnecke, Geschäftsführer der Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel (PVGS), die den Busverkehr in der Altmark betreibt. 

Nur: „Das ist alles noch längst nicht zu Ende gedacht“, so Lehnecke. Woher sollen die Einnahmen kommen, wenn bei einem Gratis-Busverkehr die Mittel für die Tickets wegfielen, fragt der Geschäftsführer. Würde die Busfahrt nichts mehr kosten, rechnet Lehnecke mit erheblich steigenden „Beförderungsfällen“, wie er es nennt. „Dann brauchen wir möglicherweise zusätzliche Fahrzeuge. Wer soll die bezahlen“, fragt Lehnecke. Die PVGS ist eine 100-prozentige Tochter des Altmarkkreises Salzwedel.

Aktuell ist die Nahverkehrsgesellschaft auf den Schülerverkehr fokussiert. Die Masse der rund drei Millionen „Beförderungsfälle“ im Jahr seien Schüler. Fällt das Fahrgeld weg, müsste sich die PVGS auch mehr auf Pendler im Berufsverkehr einstellen, glaubt Lehnecke. „Dann würden sich viele umstellen“. Die PVGS müsste sich anders aufstellen. Die Betriebe in der Altmark hätten eben andere Anfangs- und Schlusszeiten als die Schulen. „Wir müssten uns auf die Schichten der Firmen einstellen.“ Zusätzliche Haltestellen in den Gewerbegebieten müssten eingerichtet werden, so Lehnecke.

Von Jens Schopp

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