Anschlussgrad von knapp 37 Prozent bei Biotonnen im Altmarkkreis

Weniger Haus- und mehr Sperrmüll

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Sperrmüllhaufen liegen immer wieder im Salzwedeler Wohngebiet an der Arendseer Straße. Dort ist es so viel, dass die Stadt der Deponie GmbH beim zusammen tragen mit einem Bagger hilft.

Altmarkkreis. Der Anteil des Hausmülls geht weiter zurück. Entsorgte die kreiseigene Deponie GmbH 2015 8,48 Tonnen und 2016 8,37 Tonnen, waren es 2017 nur noch 7,54 Tonnen. Darüber informiert der Kreis im aktuellen Verwaltungsbericht.

Die Experten wissen auch, woran das liegt. Auf einem Teil des Kreisgebietes wurde die Biotonne am 1. April 2017 eingeführt. Dieser Abfall fällt nicht mehr als Hausmüll an. Der Anschlussgrad liegt bei knapp 37 Prozent. Rund 5.000 Biotonnen (120 Liter) sind derzeit im Einsatz. Hinzu kommen 95 Behälter mit 500 Litern. Die werden vor allem in Wohngebieten mit großen Häusern verwendet. Alle Tonnen zusammen haben ein Volumen von 642.460 Litern. Im vergangenen Jahr kamen etwa 877 Tonnen Biomüll zusammen.

Ein weiterer Indikator für die Mengenentwicklung insgesamt sei das Verhalten der Einwohner. Ein wirtschaftlicher Aufschwung bedeutet mehr Konsum und steigenden Abfalle. So sorgen sperrige Gegenstände für immer mehr Arbeit. Der Anteil des Sperrmülls stieg erstmals seit Jahren wieder spürbar an. Und zwar von 4.201 auf 4.510 Tonnen. Einen großen Anteil nimmt Holz mit 1.270 Tonnen ein. Bei Papier, Pappe und Kartonagen ist ebenfalls ein Anstieg bemerkbar. Und zwar von über einer Tonne (6.311 statt 5.169). Die Deponie GmbH kann damit Einnahmen erzielen.

Ähnlich ist auch mit dem Bioabfall. Dieser wird kompostiert und kann dann genutzt werden. Für die Arbeiten in der Anlage gab es das RAL-Gütezeichen. Es handelt sich daher um eine besonders hochwertige Kompostierung. Dorthin kommen aber nicht nur Materialien aus den Tonnen. Einwohner haben auch die Möglichkeit, Wirtschaftshöfe zu nutzen. Dorthin können biologische Gartenmaterialien, die nicht in die Behälter passen, zu festen Öffnungszeiten gebracht werden. Dieser Grünschnitt umfasste 2017 7.420 Tonnen (2016 knapp 7.000 Tonnen). Sie werden ebenfalls zur Deponie nach Gardelegen gefahren. Diese Einrichtungen wurden im vergangenen Jahr ausgeweitet. Zudem ist in Gardelegen geplant, künftig Biofilter einzusetzen. Die Vorbereitungen dafür laufen. Um den Abtransport von Müller kümmert sich aber nicht nur die Deponie GmbH. Privatfirmen übernehmen Leichtgut sowie das Schadstoffmobil.

Der Fachleute zeigen im Verwaltungsbericht zudem ein Indiz dafür auf, dass die Entsorgungskapazitäten immer besser genutzt werden. Die Menge der Wildverkippung von Müll sank von 350 auf 250 Tonnen. Ein Bereich der im vergangenen Jahr für Schlagzeilen sorgte, was ein Hang nahe Lohne. Dort wurde Abfall immer wieder illegal hingeschmissen.

Von Christian Ziems

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